Internationale Kritik an Trumps neuen Autozöllen
Kanada, Japan, Südkorea und die EU prüfen Maßnahmen und setzen auf Verhandlungen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab dem 2. April zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf Autoimporte zu erheben. Diese Entscheidung stößt international auf deutliche Kritik. Vor allem Kanadas Ministerpräsident Mark Carney reagierte empört und sprach von einem direkten Angriff auf die kanadischen Arbeitnehmer. Carney kündigte an, noch am selben Tag ein Treffen mit Kabinettsmitgliedern abzuhalten, um mögliche Gegenmaßnahmen zu beraten. Kanada erwägt nach seinen Angaben Vergeltungsmaßnahmen, um Arbeiter, Unternehmen und das Land insgesamt zu schützen.
Auch Japan zeigte sich besorgt über die neuen US-Zölle. Regierungschef Shigeru Ishiba erklärte im Parlament, dass angemessene Maßnahmen geprüft würden. Man werde alle Optionen in Betracht ziehen. Nach Angaben des japanischen Finanzministeriums stellten Automobile im Jahr 2024 rund 28,3 Prozent der japanischen Exporte in die USA dar. Ishiba betonte zudem, dass Japan erheblich in den US-Markt investiere und bezweifelte, ob einheitliche Zölle gegenüber allen Ländern sinnvoll seien. Auch Südkorea reagierte auf die Ankündigung. Industrieminister Ahn Dukgeun kündigte an, dass die südkoreanische Regierung bis April einen Notfallplan erarbeiten werde. Zudem sollen Gespräche mit den USA geführt werden, um die Auswirkungen auf die südkoreanische Automobilindustrie abzumildern.
Die Europäische Union setzt weiterhin auf Verhandlungen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen äußerte ihr Bedauern über die Entscheidung der USA und warnte vor negativen Folgen für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks. Die EU wolle ihre wirtschaftlichen Interessen schützen und gemeinsam mit den Mitgliedstaaten auf Verhandlungswege setzen. Von der Leyen wies darauf hin, dass die Automobilindustrie von eng verknüpften Lieferketten geprägt sei und eine wichtige Rolle für Innovation und Arbeitsplätze spiele.
Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck forderte, die EU müsse selbstbewusst und entschlossen auf die Zölle reagieren. Er betonte, dass es wichtig sei, eine Zollspirale zu vermeiden und gleichzeitig weiter auf eine Verhandlungslösung hinzuarbeiten. Auch die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, bezeichnete die geplanten Zölle als fatales Signal. Sie warnte vor erheblichen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher und forderte umgehende Verhandlungen zwischen den USA und der EU. Die USA sind der wichtigste Exportmarkt der deutschen Autoindustrie.
