Intel-Kurssprung treibt Nasdaq und S&P 500 ins Plus
Starke Intel-Quartalszahlen beflügeln die Tech-Börsen, während der Dow Jones nachgibt und Ölpreise unter Druck geraten.

Die US-Aktienmärkte zeigten sich am Freitag im frühen Handel uneinheitlich. Der technologielastige Nasdaq Composite legte um 0,6 % zu, der breite Referenzindex S&P 500 gewann 0,2 %, während der Standardwerte-Index Dow Jones Industrial Average um 0,4 % nachgab. Haupttreiber der positiven Stimmung an der Technologiebörse war ein spektakulärer Kurssprung bei Intel.
Die Intel-Aktie (INTC) schoss um 23 % auf ein Rekordhoch, nachdem der Chiphersteller besser als erwartete Quartalsergebnisse vorgelegt hatte. Zusätzlich gab das Unternehmen einen optimistischen Ausblick auf die durch Künstliche Intelligenz getriebene Nachfrage. Dieser positive Impuls strahlte auf die gesamte Halbleiterbranche aus.
Chip-Sektor profitiert von Intel-Euphorie
Die Branchenkollegen von Intel verzeichneten ebenfalls deutliche Kursgewinne. Arm Holdings (ARM), Qualcomm (QCOM) und Advanced Micro Devices (AMD) legten im frühen Handel jeweils zwischen 11 % und 13 % zu. Der KI-Boom sorgt damit weiterhin für Rückenwind im gesamten Halbleitersektor, der zu den wichtigsten Wachstumstreibern an der Wall Street zählt.
Die Indizes starteten mit einem leichten Wochenminus in den Freitag. Zuvor hatten sie drei Wochen in Folge zugelegt – eine Erholung, die auf eine fünfwöchige Verlustserie gefolgt war. Die Märkte befinden sich damit in einer Phase erhöhter Volatilität, in der einzelne Unternehmensmeldungen starke Ausschläge auslösen können.
Am Vortag hatten die wichtigsten Indizes nachgegeben, obwohl S&P 500 und Nasdaq zunächst neue Rekordhöhen erreicht hatten. Belastet wurden sie durch Kursverluste bei Softwareaktien, angeführt von einem Rückgang der ServiceNow-Aktie (NOW) um fast 18 %. Solche abrupten Drehbewegungen verdeutlichen die fragile Stimmungslage an den US-Börsen.
Ölpreise drehen ins Minus – Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten
Auch am Rohstoffmarkt gab es bemerkenswerte Bewegungen. Die Ölpreise, die in dieser Woche angesichts anhaltender Spannungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus stark gestiegen waren, drehten im jüngsten Handel ins Minus. Berichte über mögliche Friedensgespräche sorgten für Entspannungssignale.
Konkret kursierten Meldungen, wonach der iranische Außenminister zu einer zweiten Runde von Friedensgesprächen in Pakistan eintreffen könnte. Zudem kündigte US-Präsident Donald Trump eine dreiwöchige Verlängerung des Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon an. Diese geopolitischen Entwicklungen dämpften die Risikoprämie im Ölpreis spürbar.
Die Futures für West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, machten frühere Gewinne wett und fielen um 0,6 % auf 96,30 US-Dollar pro Barrel. Die Brent-Rohöl-Futures, die globale Benchmark, schwankten zwischen Gewinnen und Verlusten und notierten zuletzt 0,5 % höher bei 105,50 US-Dollar pro Barrel. Für deutsche Anleger sind diese Ölpreisbewegungen besonders relevant, da sie direkte Auswirkungen auf Energiekosten und die Inflation in Europa haben können.
