ANZEIGE

Institutionelle Anleger setzen im ersten Quartal stark auf Halbleiteraktien

Rund 5.000 Institutionen kauften Halbleiterwerte wie Micron und Intel – und profitierten von einer anhaltenden Rallye bis ins zweite Quartal.

3 Min
Institutionelle Anleger setzen im ersten Quartal stark auf Halbleiteraktien

Institutionelle Anleger haben im ersten Quartal 2024 massiv neue Positionen in Halbleiteraktien aufgebaut. Dies geht aus einer Reuters-Auswertung von 13-F-Meldungen bei der US-Börsenaufsicht SEC hervor, die rund 6.600 Hedgefonds, Pensionsfonds, Universitätsstiftungen und andere institutionelle Investoren umfasst. Fast 5.000 dieser Anleger gaben an, Käufer eines oder mehrerer der 17 von Reuters beobachteten Halbleiterunternehmen gewesen zu sein.

Die Positionierungen erwiesen sich als äußerst lukrativ: Die Rallye in diesem Sektor setzte sich bis ins zweite Quartal fort. Treiber der Entwicklung ist die rasant steigende Nachfrage nach Chips im Zuge des globalen Ausbaus von Künstlicher Intelligenz (KI).

Micron und Intel als gefragteste Werte

Besonders aggressiv kauften Institutionen die Aktie von Micron Technology. Insgesamt 2.440 Institutionen meldeten neue Positionen in dem Speicherchiphersteller, darunter namhafte Adressen wie Rockefeller Capital Management und Schroder Investment Management. Die Micron-Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf um beeindruckende 154 Prozent gestiegen – angetrieben von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips für KI-Anwendungen.

Dicht dahinter folgte Intel als eine der meistgekauften Aktien. Der Chiphersteller gilt als klassische Turnaround-Story und legte seit Jahresbeginn sogar um 195 Prozent zu. Tiger Global Management, Neuberger Berman und MetLife Asset Management gehörten zu den Institutionen, die im ersten Quartal eine neue Intel-Position aufbauten. Northern Trust erwies sich als besonders breit aufgestellter Investor im Halbleitersektor und ging neue Positionen in Intel, Micron, Seagate Technology sowie Western Digital ein – Aktien, die im bisherigen Jahresverlauf um 188 beziehungsweise 179 Prozent zulegten.

KI-Infrastruktur und Versorger ebenfalls stark gefragt

Das Kaufinteresse institutioneller Anleger beschränkte sich nicht auf Halbleiter. Mehr als 4.000 Institutionen stockten ihre Bestände auf oder gingen neue Positionen in neun Unternehmen ein, die als wichtige Akteure der KI-Infrastruktur gelten – darunter Oracle, Arista Networks und Vertiv. Lediglich 164 Institutionen meldeten in diesem Bereich Verkäufe im gleichen Zeitraum.

Auch Rechenzentrumsbetreiber und Versorgungsunternehmen, die den enormen Energiebedarf der KI-Infrastruktur decken sollen, standen hoch im Kurs. Die 13-F-Daten zeigen, dass bis Freitagnachmittag keine einzige Institution ihr Engagement bei Versorgern im ersten Quartal reduziert oder aufgelöst hat. Gleichzeitig meldeten fast 3.800 Institutionen, neue Positionen in diesem Sektor aufgebaut oder bestehende aufgestockt zu haben.

Selektivere Haltung gegenüber den „Magnificent Seven"

Bei den sogenannten „Magnificent Seven" – den großen KI-Technologiegiganten, zu denen auch Meta und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft gehören – zeigten sich institutionelle Anleger deutlich zurückhaltender. Im ersten Quartal herrschte Unsicherheit darüber, ob diese Unternehmen ihr hohes Tempo bei KI-Ausgaben und Wachstum aufrechterhalten können. Den 13-F-Daten zufolge übertrafen die Verkäufer die Käufer in dieser Gruppe im Berichtszeitraum mit knappem Vorsprung.

Eine Ausnahme bildete der Hedgefonds Pershing Square des Milliardärs Bill Ackman: Er eröffnete eine neue Position beim Technologiegiganten Microsoft, nachdem dessen Aktienkurs gesunken war, und finanzierte dies durch den Verkauf seiner langjährigen Beteiligung an der Google-Muttergesellschaft Alphabet.

Zu den 143 Anlegern, die im ersten Quartal eine neue Position in Palantir aufbauten, gehörte die Mubadala Investment Company, der Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate. Laut seiner SEC-Meldung erwarb Mubadala eine kleine Position im Wert von 9,9 Millionen US-Dollar. Der Staatsfonds ging zudem eine neue Position in Shopify ein – einer Software-as-a-Service-Aktie, die im ersten Quartal unter der Befürchtung litt, KI könnte ihr Geschäftsmodell gefährden.

Für eine Gruppe von 20 in den USA börsennotierten SaaS-Aktien stellte Reuters insgesamt fest, dass Institutionen inmitten des Kursrückgangs eher zum Verkauf als zum Kauf neigten: 397 Institutionen lösten eine oder mehrere Positionen in diesem Bereich auf. Die 13-F-Berichte müssen große institutionelle Investoren innerhalb von 45 Tagen nach Ende eines Kalenderquartals bei der SEC einreichen. Die Daten erfassen dabei keine Portfolioänderungen, die nach dem 31. März vorgenommen wurden.

HalbleiteraktienInstitutionelle AnlegerMicronIntelKi-Infrastruktur13-F-MeldungenHedgefonds

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer