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Insolvenzen in Deutschland auf Rekordhoch

Zahl der Privat- und Unternehmensinsolvenzen stark gestiegen, Dienstleistungsbranche besonders betroffen

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Insolvenzen in Deutschland auf Rekordhoch

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2024 einen Höchststand erreicht, der seit fast zehn Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Laut Angaben der Auskunftei Creditreform stieg die Zahl der Firmenpleiten um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden rund 11.000 Insolvenzen registriert, was den höchsten Stand seit 2016 markiert. Besonders betroffen sind dabei mittlere und große Unternehmen. Die Dienstleistungsbranche verzeichnete mit 6.500 Pleiten einen Anstieg von knapp 35 Prozent. Auch im Handel (plus 20,4 Prozent), Baugewerbe (plus 27,5 Prozent) und verarbeitenden Gewerbe (plus 21,5 Prozent) gab es deutliche Zuwächse.

Im Zeitraum von Januar bis Juni 2024 waren etwa 133.000 Beschäftigte von einer Insolvenz betroffen, im Vergleich zu 125.000 im Vorjahreszeitraum. Dennoch bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass diese Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, erklärte, dass der Fokus des Insolvenzrechts auf Sanierungen und dem Erhalt von Unternehmen sowie Arbeitsplätzen liege. Unternehmen betrachten Insolvenzen zunehmend als eine Chance, um sich in Krisenzeiten zu sanieren und neu aufzustellen. Dies könnte auch einen Teil des Anstiegs der Fallzahlen in den letzten Jahren erklären.

Nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen meldeten im ersten Halbjahr 2024 häufiger Insolvenz an. Creditreform verzeichnete 35.400 Verbraucherinsolvenzen, was einem Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Neben der hohen Inflation und der Zinswende, die zu höheren Darlehenszinsen führte, trägt auch die Ende 2020 eingeführte Novelle des Verbraucherinsolvenzrechts zu diesem Anstieg bei. Die Reform ermöglicht Privatpersonen eine schnellere Restschuldbefreiung und macht das Insolvenzverfahren somit attraktiver für Schuldner.

Creditreform prognostiziert, dass die Insolvenzzahlen im weiteren Verlauf des Jahres weiter ansteigen und das Vor-Corona-Niveau erstmals wieder überschreiten werden. Die Zahlen spiegeln die aufgestauten Probleme der vergangenen Krisen wider. Viele Unternehmen haben ein Schuldenproblem und können aufgrund der schlechten Wirtschaftslage ihren Zahlungsverpflichtungen derzeit kaum nachkommen. Die schwache Konjunktur und die daraus resultierenden Insolvenzen verdeutlichen die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen konfrontiert sind. Die gestiegenen Insolvenzzahlen sind ein Indikator für die schwierige wirtschaftliche Lage und die anhaltenden Auswirkungen der zurückliegenden Krisen auf die deutsche Wirtschaft.

DeutschlandInsolvenz HandelKonjunktur

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