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Inflationsrate in Großbritannien steigt wieder

Auswirkungen auf Zinspolitik und Immobilienmarkt - Wichtige Faktoren für die bevorstehende Parlamentswahl

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Inflationsrate in Großbritannien steigt wieder

Die Inflationsrate in Großbritannien hat zum Jahresende hin überraschend leicht zugenommen, nachdem sie sich in den vergangenen Monaten auf einem stabilen Niveau bewegt hatte. Aktuelle Daten des Statistikamts ONS zeigen, dass die Teuerungsrate im Dezember bei vier Prozent lag. Dies bedeutet eine geringfügige Steigerung im Vergleich zu den 3,9 Prozent des Vormonats, während Experten eigentlich einen Rückgang auf 3,8 Prozent erwartet hatten.

Der letzte signifikante Anstieg der Verbraucherpreise datierte aus dem Februar 2023, und die monatliche Steigerung am Jahresende lag bei 0,4 Prozent, was ebenfalls über den Erwartungen lag. Besonders auffällig war die Verteuerung von Bekleidung, Flugtickets, Unterhaltungsangeboten sowie Lebensmitteln und Tabak aufgrund einer Steuererhöhung.

Trotz dieses kurzfristigen Anstiegs zeigt sich insgesamt ein tendenzieller Rückgang der Inflation im Vereinigten Königreich. Im Herbst 2022 erreichte sie mit 11,1 Prozent ihren Höchststand der letzten vier Jahrzehnte. Dieser Anstieg wurde hauptsächlich durch steigende Energie- und Rohstoffpreise aufgrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine ausgelöst.

Um die Lebenshaltungskosten zu bekämpfen, hatte die britische Zentralbank die Zinssätze erheblich erhöht. Angesichts der nunmehr niedrigeren Inflation wird erwartet, dass in diesem Jahr Zinssenkungen erfolgen, obwohl Zeitpunkt und Ausmaß noch unklar sind.

Es wird vermutet, dass die Bank of England aufgrund der aktuellen Inflationserhöhung ihre Pläne für die ersten Zinssenkungen verschieben könnte. In der Zeit von Dezember 2021 bis August 2023 hatte sie ihren Leitzins insgesamt 14-mal angehoben, was ihn auf das 15-Jahres-Hoch von 5,25 Prozent brachte. Dies war Teil ihrer Bemühungen, die Inflation unter Kontrolle zu bringen und ein Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen.

Die Inflationsrate bleibt auch ein entscheidendes Thema im Hinblick auf die erwartete Parlamentswahl in diesem Jahr. Jeremy Hunt, der amtierende Finanzminister, betonte, dass die Inflation zwar nicht geradlinig falle, aber der Plan der Regierung funktioniere. Seine potenzielle Nachfolgerin, Rachel Reeves von der oppositionellen Labour Party, führte hingegen an, dass viele Familien in den letzten 14 Jahren unter der konservativen Regierung finanziell gelitten hätten.

Parallel dazu beschleunigt sich der Abwärtstrend der britischen Immobilienpreise. Im November verzeichneten sie den stärksten Rückgang seit über zwölf Jahren, mit einem Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum November 2022. Im Oktober lag der Rückgang noch bei 1,3 Prozent, wobei vor allem in London die Wohnungspreise um 6,0 Prozent fielen. In letzter Zeit gibt es jedoch Anzeichen für eine Stabilisierung, da die Nachfrage aufgrund leicht gesunkener Hypothekenzinsen wieder anzieht.

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