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Inflationsdaten lassen Anleger zögern

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Inflationsdaten lassen Anleger zögern

Der DAX schließt den Mai mit einer positiven Bilanz ab. Trotz der Inflationsdaten aus den USA und der Eurozone, die keine neuen Erkenntnisse brachten, reagierten die Anleger abwartend. Der DAX endete am Freitag nach einem ruhigen Handelstag unverändert bei 18.497 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich für den DAX ein Minus von knapp 1,1 Prozent, während der Mai mit einem Plus von 3,2 Prozent ein erfolgreicher Monat war. Die alte Börsenregel "Sell in May and go away" bewahrheitete sich somit nicht. Marktbeobachter von HSBC weisen jedoch darauf hin, dass bei der Marke von 18.500 Punkten eine wichtige Unterstützung liegt. Sollte diese Marke nachhaltig durchbrochen werden, könnte der DAX weiter um rund 350 Punkte fallen.

Aktuelle US-Inflationsdaten brachten dem Aktienmarkt keinen frischen Schwung, da sie im Rahmen der Erwartungen blieben. Der PCE-Index der Konsumausgaben, ein wichtiges Inflationsmaß für die US-Notenbank Federal Reserve, legte im April um 2,7 Prozent zu. Eine negative Überraschung blieb aus, was dazu führte, dass die Wahrscheinlichkeit für eine erste Zinssenkung der Fed im September, November und Dezember an den Terminmärkten nur geringfügig anstieg. Zuvor waren auch die Inflationsdaten der Eurozone veröffentlicht worden, die einen Anstieg der Verbraucherpreise im Mai um 2,6 Prozent im Jahresvergleich zeigten. Die Kerninflation erhöhte sich auf 2,9 Prozent.

In der kommenden Woche richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Europäische Zentralbank (EZB). Die meisten Ökonomen rechnen mit einer Zinssenkung. Edgar Walk, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Metzler Asset Management, betont, dass die EZB damit erstmals den ersten Schritt vor der US-Notenbank machen würde. Mirko Hajek von der Rheinischen Portfolio Management GmbH erwartet, dass die avisierte Zinssenkung sich positiv auf den DAX auswirken sollte, warnt jedoch vor möglichen Enttäuschungen hinsichtlich des weiteren Zinssenkungspfads der EZB.

Auch an der Wall Street zeigten sich die Investoren zurückhaltend. Der Dow Jones legte um 0,1 Prozent auf 38.16 Punkte zu, verbuchte jedoch ein Wochenminus von 2,3 Prozent und ein Monatsplus von 0,9 Prozent. Der S&P 500 verlor 0,5 Prozent auf 5.211 Punkte, während der Nasdaq 100 um 1,4 Prozent auf 18.273 Punkte fiel. Trotz eines Wochenminus von über zwei Prozent verbuchte der Nasdaq 100 für den Mai ein Plus von knapp fünf Prozent.

Chinesische Konjunkturdaten drückten ebenfalls auf die Stimmung. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Mai überraschend auf 49,5 Zähler, was Zweifel an einer Erholung des Sektors nährt. Das nicht-verarbeitende Gewerbe wuchs im Mai langsamer als im April. Commerzbank-Experte Tommy Wu verweist auf neue Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Rettung des Immobilienmarktes, was die Chancen für eine wirtschaftliche Belebung erhöhen könnte.

Der Laborbetreiber Synlab soll nach einem Übernahmeangebot des Finanzinvestors Cinven wieder von der Börse verschwinden. Cinven, der bereits 86 Prozent der Anteile hält, will die verbleibenden Aktien übernehmen und Synlab vom Kurszettel nehmen. Nach dem Ende des Corona-Test-Booms hatte sich Synlab an der Börse als Flop erwiesen.

Die Deutsche Bank rechnet im laufenden Quartal mit einem schwächeren Ergebnis im Handel mit Anleihen und Währungen. Finanzchef James von Moltke erwartet ein geringeres Resultat als im Vorjahresquartal. Der britische Sport- und Modehändler Frasers hat seinen Anteil am Modekonzern Hugo Boss auf 2,47 Prozent erhöht und verfügt zudem über Optionen auf weitere 13,92 Prozent der Anteile.

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