Inflation schmälert Kaufkraft in Städten
Studie zeigt höhere Kaufkraft auf dem Land

Die Kaufkraft in Deutschland zeigt ein differenziertes Bild, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) jüngst offenlegte. Während Einkommen vielerorts steigen, schmälert die hohe Inflation speziell in den Städten die reale Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger. Die IW-Forscher haben die Einkommen mit den Lebenshaltungskosten verrechnet und ein Kaufkraft-Ranking für die 400 deutschen Landkreise und Städte erstellt. Es ergab sich ein überraschendes Bild: Die besten Lebensbedingungen finden sich nicht, wie vielleicht erwartet, in den Metropolregionen, sondern eher in ländlichen Gebieten.
Der Landkreis Starnberg führt das Ranking an. Trotz überdurchschnittlich hoher Lebenshaltungskosten verbleibt dort ein beträchtliches Einkommensplus gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Im Kontrast dazu steht Gelsenkirchen, wo die Kaufkraft 22,5 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Selbst niedrigere Lebenshaltungskosten können dort das niedrige Einkommensniveau nicht kompensieren.
Das Phänomen, dass in einigen Regionen Deutschlands das Geld noch wertvoller ist als anderswo, liegt vor allem an den regional stark variierenden Preisen für Mieten, Lebensmittel und Dienstleistungen. So sind in städtischen Gebieten wie München oder Frankfurt die Nominaleinkommen zwar hoch, werden jedoch durch entsprechend hohe Lebenshaltungskosten relativiert. In der Folge rangiert etwa München, nominell auf dem zweiten Platz der Einkommen, nach der Preisbereinigung nur noch auf Rang 24.
Interessant ist auch die Tendenz, dass die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten teilweise die Einkommensdifferenzen zwischen Ost und West egalisieren. Laut Christoph Schröder vom IW wird die Streuung der Kaufkraft durch die Teuerung in den Städten kleiner. Diese Entwicklung könnte langfristig zu einer Annäherung der Lebensstandards führen.
Für die Analyse nutzte das IW Daten des Statistischen Bundesamtes zum nominalen Einkommen aus dem Jahr 2021 und verglich diese mit einem eigenen Index der regionalen Lebenshaltungskosten, der auf einer Abfrage von 24 Millionen Preisdaten aus dem Jahr 2022 basiert.
