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Indonesien-Crash: MSCI-Herabstufung droht – Aktien brechen historisch ein

Jakarta-Index verliert in zwei Tagen 15 Prozent. Droht Indonesien der Abstieg zum Frontier Market?

2 Min
Indonesien-Crash: MSCI-Herabstufung droht – Aktien brechen historisch ein

Der indonesische Aktienmarkt erlebt einen beispiellosen Absturz. Der Jakarta Composite Index brach am Donnerstag im frühen Handel um 8 Prozent ein, nachdem er bereits am Vortag 7,4 Prozent verloren hatte. Die Börse musste den Handel unterbrechen – ein seltenes Ereignis, das die Panik unter Investoren verdeutlicht.

Auslöser der Kapitalflucht ist eine dramatische Warnung des Indexanbieters MSCI. Das Unternehmen, dessen Indizes von passiven Anlagen im Wert von Milliarden Dollar nachgebildet werden, warnte vor einer möglichen Herabstufung Indonesiens vom Emerging- zum Frontier-Market-Status. Als Begründung nannte MSCI mangelnde Transparenz bei Aktienbesitz, Handel und Preisbildung.

Eine solche Herabstufung hätte verheerende Folgen für die größte Volkswirtschaft Südostasiens. Tracking-Fonds wären gezwungen, ihre indonesischen Positionen zu verkaufen. Auch aktive Manager, deren Performance an MSCI-Benchmarks gemessen wird, müssten wahrscheinlich aussteigen. Indonesien würde auf eine Stufe mit Bangladesch, Pakistan, Sri Lanka und Vietnam fallen.

Goldman Sachs warnt vor massiven Kapitalabflüssen

Die US-Investmentbank Goldman Sachs reagierte prompt und stufte indonesische Aktien auf "untergewichten" herab. Die Strategen beziffern mögliche Kapitalabflüsse im Falle einer MSCI-Herabstufung auf 2,2 bis 7,8 Milliarden Dollar, halten dieses Szenario aber für unwahrscheinlich. Dennoch raten sie: "Wir erwarten, dass der Markt weiterhin unter Druck bleibt, und sehen dies nicht als Einstiegspunkt."

Die Probleme Indonesiens gehen über technische Indexfragen hinaus. Ausländische Investoren haben bereits 13,96 Billionen Rupiah (834 Millionen Dollar) aus indonesischen Aktien abgezogen – das schlechteste Jahr seit 2020. Die Rupiah fiel auf Rekordtiefs.

Politische Unsicherheit belastet das Vertrauen

Präsident Prabowo Subianto hat durch umstrittene Personalentscheidungen das Vertrauen internationaler Anleger erschüttert. Die abrupte Entlassung der angesehenen Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati und die Ernennung seines Neffen Thomas Djiwandono in die Zentralbank lösten Besorgnis über die Unabhängigkeit der Institutionen aus.

Zudem kämpft Indonesien mit makroökonomischen Herausforderungen: schwacher privater Konsum, sich verlangsamendes Kreditwachstum und ein Haushaltsdefizit nahe der gesetzlichen Grenze von 3 Prozent des BIP. "Die Warnung von MSCI könnte die Kapitalbeschaffung erschweren oder verteuern", warnt Rahul Ghosh von T. Rowe Price. "Dadurch steigt das Risiko einer negativen Rückkopplungsschleife."

Die indonesische Finanzaufsicht und die Börse wollen sich am Donnerstag zu den Entwicklungen äußern. MSCI hat derweil Aktualisierungen indonesischer Einträge eingefroren, während es mit den Behörden an Lösungen arbeitet. Für Anleger bleibt die Situation vorerst hochriskant.

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