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Indiens Wirtschaft im Höhenflug

Start-ups und Innovationszentren treiben das Wachstum, doch die ländliche Bevölkerung bleibt zurück

2 Min
Indiens Wirtschaft im Höhenflug

Die indische Wirtschaft befindet sich auf einem beeindruckenden Wachstumskurs. Experten der OECD prognostizieren für das Jahr 2023 ein Wirtschaftswachstum von sechs Prozent. Im Vergleich dazu wird für Deutschland eine stagnierende Wirtschaft erwartet. Innerhalb der nächsten vier Jahre könnte Indien sogar die Wirtschaften von Deutschland und Japan überholen.

Ein Paradebeispiel für diesen Aufschwung ist Srikanth Reddy, ein 29-jähriger Unternehmer aus Hyderabad. Reddy hat in Europa studiert und gearbeitet, bevor er sich entschied, in seine Heimat zurückzukehren und das Start-up Hala Mobility zu gründen. Das Unternehmen, das sich auf nachhaltige Mobilität spezialisiert hat, konnte bereits eine Million Dollar an Investorengeldern einwerben und beschäftigt knapp 80 Mitarbeiter. Reddy ist einer von vielen Rückkehrern, die die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Indien erkennen und nutzen wollen.

Die indische Regierung unterstützt diesen Trend durch massive Investitionen in Innovationszentren, insbesondere in großen Städten wie Hyderabad. Das "T-Hub" in Hyderabad, das als das größte Innovationszentrum seiner Art weltweit gilt, beherbergt derzeit etwa 350 Start-ups. Anthony Anish, der Geschäftsführer des "T-Hub", ist optimistisch, dass diese Zahl bald auf über 1.000 ansteigen wird. Diese Start-ups sollen Lösungen entwickeln, von denen die gesamte indische Bevölkerung profitieren kann.

Trotz des rasanten Wachstums in den Städten bleibt die ländliche Bevölkerung weitgehend von der wirtschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen. Etwa zwei Drittel der indischen Bevölkerung leben auf dem Land, und viele fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Bharathi Kumar, eine 38-jährige Frau aus dem Dorf Saidapur, etwa 200 Kilometer von Hyderabad entfernt, berichtet, dass sich in ihrem Dorf in den letzten Jahrzehnten wenig verändert hat. Ihre Familie muss mit umgerechnet etwa 150 Euro pro Monat auskommen.

Jungunternehmer wie Reddy sind sich der Herausforderungen bewusst und suchen nach Wegen, auch der ländlichen Bevölkerung zu helfen. Reddy hat sogar den Sohn von Bharathi Kumar als Mechaniker in seinem Unternehmen eingestellt. Auch das "T-Hub" plant, sich verstärkt den Herausforderungen im ländlichen Raum zu widmen. Unternehmen, die sich auf Agrartechnologie und Nachhaltigkeit spezialisieren, arbeiten bereits an Lösungen für die ländliche Bevölkerung.

In Hyderabad und anderen indischen Metropolen sind die Ambitionen groß. Das "T-Hub" plant eine Erweiterung, um in fünf Jahren Platz für 20.000 Start-ups zu bieten. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden wir in Hyderabad als das Silicon Valley Indiens gelten", sagt Reddy. In Indien wächst nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Selbstvertrauen.

Indien

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