Indiens Sensex erleidet schlechtesten Tag seit fast zwei Jahren
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, steigende Ölpreise und eine restriktive Fed treffen Indiens Börse hart.

Indische Aktien haben ihren schwärzesten Handelstag seit fast zwei Jahren erlebt. Der Leitindex Sensex brach um 3,3 Prozent auf 74.207 Punkte ein – der größte Tagesverlust seit Juni 2024. Auslöser war ein toxisches Zusammenspiel aus eskalierenden Kämpfen im Nahen Osten, einer restriktiver agierenden US-Notenbank Federal Reserve und einem kräftigen Anstieg der Ölpreise.
Besonders hart trifft der Iran-Konflikt die indische Wirtschaft. Als bedeutender Energieimporteur mit nur begrenzten strategischen Reserven reagiert Indien äußerst sensibel auf Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten. Seit Beginn der Kämpfe hat der Sensex bereits rund 7,5 Prozent an Wert verloren – ein erheblicher Vermögensverlust für Anleger in kurzer Zeit.
Gleichzeitig geriet die indische Rupie gegenüber dem US-Dollar unter Druck und fiel auf neue Tiefststände. Die globale Flucht in sichere Häfen stärkt den Greenback und setzt Währungen der Schwellenländer wie Indien massiv unter Druck. Dies verteuert Importe zusätzlich und verschärft die wirtschaftliche Belastung.
Straße von Hormus als kritisches Nadelöhr
Analysten von Elara Capital unter Leitung von Gagan Dixit warnen vor einem weiteren Risikofaktor: Zwei Drittel der indischen Flüssiggasimporte passieren die Straße von Hormus. Der Konflikt hat den Schiffsverkehr auf diesem strategisch wichtigen Seeweg praktisch zum Erliegen gebracht, was die Preise für Energie und andere Rohstoffe massiv in die Höhe treibt.
Die Risikoaversion erfasste dabei nicht nur Indien, sondern die gesamte asiatische Region. Anleger zogen Kapital aus Schwellenländern ab und flüchteten in als sicher geltende Anlagen wie US-Staatsanleihen und Gold. Für deutsche Anleger mit Positionen in Indien-ETFs oder Schwellenländerfonds bedeutet die aktuelle Lage erhöhte Volatilität und kurzfristig weiter mögliche Kursrückgänge.
