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Indien kauft wieder Öl aus Iran – Grenzen der US-Annäherung

Nach sieben Jahren Pause importiert Indien wieder Energie aus dem Iran – ein klares Signal an Washington über die Grenzen seiner Partnerschaft.

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Indien kauft wieder Öl aus Iran – Grenzen der US-Annäherung

Indien hat nach einer siebenjährigen Unterbrechung wieder Öl und Gas aus dem Iran bezogen. Laut dem Analysehaus Rystad Energy handelt es sich um die ersten Käufe seit 2019. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf Versorgungsengpässe und massiv gestiegene Energiepreise, die durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran ausgelöst wurden.

Das indische Ministerium für Erdöl und Erdgas bestätigte am Samstag, dass sich indische Raffinerien angesichts der durch den Nahostkonflikt verursachten Störungen Rohöl aus mehr als 40 Ländern gesichert hätten – darunter auch aus dem Iran. Das Ministerium wies Berichte zurück, wonach Raffinerien vor Zahlungshürden bei iranischem Rohöl stünden. Zudem legte ein Schiff mit 44.000 Tonnen iranischem Flüssiggas (LPG) in einem südindischen Hafen an.

Im Gegenzug erwartet Indien nach eigenen Angaben „Kooperation vonseiten des Irans", um künftig die sichere Durchfahrt indischer Schiffe durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Derzeit warten noch 17 Schiffe unter indischer Flagge auf eine sichere Passage durch die Meerenge. Sieben Schiffe haben die Route in den vergangenen Wochen nach diplomatischen Gesprächen mit Teheran bereits passiert.

Strategische Abhängigkeit von der Straße von Hormus

Indien ist als weltweit drittgrößter Ölimporteur und zweitgrößter LPG-Verbraucher in besonderem Maße auf die Straße von Hormus angewiesen. Rund 50 Prozent seines Rohöls und der Großteil seines Flüssiggases – der wichtigste Brennstoff für Haushalte und Gewerbebetriebe – passieren diese strategisch bedeutsame Wasserstraße. Eine Unterbrechung der Lieferungen trifft Indien daher unmittelbar und hart.

US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche die von der Straße von Hormus abhängigen Länder aufgefordert, sich einer von den USA geführten Marinekoalition zum Schutz der Schifffahrt anzuschließen. Er betonte, die betroffenen Länder müssten diese Chance ergreifen und schätzen, und sicherte die Unterstützung der USA zu. Indien hat sich dieser Koalition bislang nicht angeschlossen.

Analysten sehen in der Wiederaufnahme der iranischen Energieimporte ein deutliches Signal für das Bestreben Neudelhis, die Beziehungen zu Teheran neu auszutarieren. Trotz der langjährigen Beziehungen Indiens zu Teheran war in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass sich Neudelhi seit Beginn des Nahostkonflikts stärker in Richtung Washington orientiert hatte. Der aktuelle Schritt setzt dieser Annäherung nun klare Grenzen.

Rohölpreise explodieren – Russland springt erneut ein

Der Balanceakt Indiens erfolgt vor einem schwierigen wirtschaftlichen Hintergrund. Die Trump-Regierung hatte im vergangenen Jahr einen zusätzlichen Zoll von 25 Prozent auf indische Exporte erhoben und Neudelhi vorgeworfen, Russlands Krieg in der Ukraine durch den Import von billigem Rohöl aus Moskau zu finanzieren. Um ein Handelsabkommen mit Washington zu sichern, reduzierte Indien daraufhin seine russischen Ölimporte und steigerte die Käufe aus dem Nahen Osten.

Der Ausbruch des Krieges unterbrach jedoch genau diese Nahost-Lieferungen. Angesichts knapper globaler Märkte und steigender Kraftstoffpreise sah sich Indien gezwungen, wieder auf russisches Rohöl zurückzugreifen. Daten des Analyseunternehmens Kpler zeigen, dass Indiens Importe von russischem Öl bis zum 24. März auf rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag gestiegen sind – verglichen mit etwa 1 Million Barrel pro Tag im Februar.

Die Kosten für die Energiebeschaffung sind dabei massiv in die Höhe geschossen. Laut Pankaj Srivastava, Senior Vice President bei Rystad Energy, stieg der Durchschnittspreis des indischen Rohölkorbs aufgrund eines „starken Anstiegs der Beschaffungskosten" von 69 US-Dollar pro Barrel im Februar 2026 auf 113 US-Dollar pro Barrel im März. Das entspricht einem Anstieg von rund 64 Prozent innerhalb eines einzigen Monats – eine enorme Belastung für die indische Wirtschaft und die Verbraucher im Land.

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