IM Cannabis-Aktie stürzt ab: Notfall-Angebot über 1,31 Millionen Dollar
IM Cannabis-Aktie bricht nach Ankündigung eines Notfall-Direktangebots um 18,6 Prozent ein.

Die Aktien von IM Cannabis Corp (Nasdaq:IMCC) sind am Mittwoch im vorbörslichen Handel um 18,6 Prozent eingebrochen. Auslöser ist die Ankündigung eines registrierten Direktangebots, bei dem das Unternehmen Stammaktien zu einem deutlichen Abschlag platziert. Der kanadisch-israelische Medizinalcannabis-Konzern mit Niederlassungen in Israel und Deutschland steht offenbar massiv unter Druck.
Das Unternehmen hat Wertpapierkaufverträge über den Verkauf von 655.000 Stammaktien zu je 2,00 US-Dollar abgeschlossen. Daraus erwartet IM Cannabis Bruttoerlöse von rund 1,31 Millionen US-Dollar vor Abzug der Kosten. Der Abschluss der Platzierung ist für den oder um den 24. September 2026 vorgesehen. Der Ausgabepreis liegt deutlich unter dem zuletzt gehandelten Niveau, was den massiven Kursverlust im Vorfeld erklärt.
Finanzielle Notlage als Begründung
IM Cannabis beruft sich bei der Platzierung auf Ausnahmeregelungen von den formalen Bewertungs- und Zustimmungserfordernissen für Minderheitsaktionäre gemäß dem Multilateral Instrument 61-101. Diese Ausnahmeregelung setzt voraus, dass der Verwaltungsrat sowie mindestens zwei Drittel der unabhängigen Direktoren feststellen, dass sich das Unternehmen in einer ernsthaften finanziellen Notlage befindet. Die Platzierung sei gezielt darauf ausgelegt, die finanzielle Situation des Konzerns zu verbessern.
Das Unternehmen räumt zudem ein, dass einer oder mehrere Käufer, die an der Platzierung teilnehmen, ein verbundenes Unternehmen von IM Cannabis sein könnten. Dies deutet auf eine Art Rettungsfinanzierung durch nahestehende Kreise hin, was bei notleidenden Unternehmen nicht unüblich ist.
Verwendung der Erlöse und Hintergrund
IM Cannabis, das sowohl in Israel als auch in Deutschland im medizinischen Cannabissektor tätig ist, will die Nettoerlöse aus der Platzierung für Betriebskapital und allgemeine unternehmerische Zwecke verwenden. Dazu gehört auch die Bewertung potenzieller zusätzlicher Geschäftsmöglichkeiten. Die Formulierung lässt darauf schließen, dass das Unternehmen derzeit kaum Spielraum für strategische Initiativen hat und zunächst die Liquiditätssicherung im Vordergrund steht.
Die Platzierung erfolgt im Rahmen einer wirksamen Shelf-Registration-Erklärung auf Formular F-3, die von der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) am 9. Juli 2025 für wirksam erklärt wurde. Ein Shelf-Registration-Verfahren erlaubt es Unternehmen, Wertpapiere in mehreren Tranchen über einen längeren Zeitraum zu emittieren, ohne jedes Mal ein neues Registrierungsverfahren durchlaufen zu müssen.
Bewertung für Anleger
Die Kapitalmaßnahme von IM Cannabis ist ein klassisches Zeichen für akute Finanzierungsprobleme. Ein Direktangebot mit einem derartigen Abschlag verwässert die bestehenden Aktionäre erheblich. Der Kursverlust von fast 19 Prozent im vorbörslichen Handel spiegelt die Reaktion der Anleger auf diese Entwicklung wider.
Für deutsche Anleger ist IM Cannabis vor allem wegen seiner Aktivitäten auf dem hiesigen Medizinalcannabis-Markt relevant. Das Unternehmen ist neben Israel auch in Deutschland präsent, wo der Markt für medizinisches Cannabis seit der Teillegalisierung im Jahr 2024 wächst. Allerdings zeigt der Schritt, dass selbst etablierte Anbieter in dieser Branche weiterhin mit erheblichen finanziellen Herausforderungen kämpfen.
