IG-Metall-Mitglieder stimmen für ZF-Sparkurs
Beschäftigte unterstützen Sanierungsplan mit Stellenabbau und Milliarden-Einsparungen bis 2027

Mit deutlicher Zustimmung haben die Mitglieder der IG Metall den Sparkurs für die Antriebssparte des Autozulieferers ZF Friedrichshafen gebilligt. Nach Angaben der Gewerkschaft votierten 91 Prozent der befragten Mitglieder an deutschen Standorten für den gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat und dem Unternehmen ausgehandelten Sanierungsplan. Die IG Metall teilte in Stuttgart mit, das Ergebnis sei ein klares Signal für Zusammenhalt und Solidarität innerhalb der Belegschaft in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, sprach von einer geschlossenen Haltung der Beschäftigten, die ein Zeichen der Verantwortung und Unterstützung gegenüber dem Unternehmen setze. Hintergrund der Abstimmung ist die Einigung auf ein sogenanntes Bündnis für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung, das Anfang des Monats beschlossen wurde. ZF Friedrichshafen steht angesichts hoher Schulden und sinkender Erträge unter erheblichem finanziellen Druck, weshalb ein umfassendes Sparprogramm notwendig geworden war.
Kern des vereinbarten Sanierungsplans sind Kosteneinsparungen in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro bis zum Jahr 2027. Diese sollen vor allem durch Effizienzsteigerungen, Prozessoptimierungen und den Abbau von Personal erreicht werden. In der Antriebssparte, die unter dem Namen „Division E“ firmiert, wird bis 2030 der Abbau von rund 7600 Arbeitsplätzen erwartet. Betroffen sind nach Unternehmensangaben alle Ebenen der Verwaltung und Produktion, wobei der Stellenabbau schrittweise und sozialverträglich umgesetzt werden soll.
Die Sparmaßnahmen gelten als Teil einer umfassenden Neuausrichtung des Konzerns, der sich stärker auf Zukunftstechnologien und den Wandel zur Elektromobilität konzentrieren will. Werksschließungen innerhalb Deutschlands sind nach früheren Aussagen des Unternehmens jedoch nicht vorgesehen. Damit bleiben die zentralen Standorte in Friedrichshafen am Bodensee, in Saarbrücken und im bayerischen Schweinfurt bestehen.
Weltweit beschäftigt die Antriebssparte von ZF derzeit knapp 30.000 Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel in Deutschland tätig sind. Das Unternehmen zählt zu den größten Automobilzulieferern der Welt und beliefert zahlreiche Hersteller mit Getrieben und elektrischen Antriebssystemen. Mit dem nun verabschiedeten Sanierungskonzept will die Unternehmensführung die Wettbewerbsfähigkeit sichern und zugleich die Grundlagen für eine langfristig stabile Beschäftigung schaffen.
