Honda-Aktie bricht ein: Erster Jahresverlust seit 70 Jahren
Gestrichene E-Auto-Modelle kosten Honda bis zu 15,7 Milliarden Dollar – der Kurs stürzt auf ein Jahrestief.

Die Aktie von Honda Motor hat am Freitag bis zu 6,7 Prozent verloren und fiel auf 1.351 Yen. Damit zählte der japanische Automobilhersteller zu den schwächsten Werten im Nikkei 225, der ebenfalls über ein Prozent nachgab. Auslöser ist eine Gewinnwarnung historischen Ausmaßes: Honda stellt seinen ersten Jahresverlust seit dem Börsengang in den 1950er Jahren in Aussicht.
Konkret rechnet das Unternehmen mit einer Gesamtbelastung von bis zu 2,5 Billionen Yen (umgerechnet rund 15,7 Milliarden US-Dollar). Diese Kosten entstehen durch die Stornierung von drei Elektrofahrzeug-Modellen, deren Produktion ursprünglich in den USA geplant war. Die Abschreibungen werden auf das laufende und das kommende Geschäftsjahr verteilt.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Japans zweitgrößter Automobilhersteller nun einen Nettoverlust von bis zu 630 Milliarden Yen. Noch vor kurzem hatte Honda einen Gewinn von 360 Milliarden Yen prognostiziert – die Kehrtwende ist damit massiv. Als Gründe nennt das Unternehmen die Verlangsamung des globalen Elektrofahrzeugmarktes sowie allgemeinen Gegenwind für die gesamte Automobilindustrie.
Chinesisches Geschäft unter Druck
Zusätzlich belastet Honda das schwierige China-Geschäft. Der Konzern kündigte Abschreibungen auf seine dortigen Aktivitäten an und erwartet einen Wertminderungsaufwand, da lokale chinesische E-Auto-Hersteller den Wettbewerb deutlich verschärft haben. Dieser Druck trifft nicht nur Honda, sondern nahezu alle westlichen und japanischen Autobauer, die in China aktiv sind.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung bei Honda ein weiteres Warnsignal für die globale Automobilbranche. Der Rückzug aus ambitionierten Elektroplänen und die Abschreibungen in China erinnern an ähnliche Herausforderungen, mit denen auch europäische Hersteller wie Volkswagen und Stellantis konfrontiert sind. Die Frage, wie schnell die Elektromobilität tatsächlich skaliert, beschäftigt die gesamte Industrie.
Honda hatte zuletzt auf eine engere Zusammenarbeit mit Nissan gesetzt, um in der Elektromobilität aufzuholen. Die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch, dass der Konzern seinen Strategiewechsel mit erheblichen Kosten bezahlt. Anleger werden nun genau beobachten, wie Honda die Neuausrichtung seiner Elektrostrategie kommuniziert und ob weitere Belastungen folgen.
