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Höhere Ticketsteuer ab Mai 2024: Preisanstieg für Flugreisen

Auswirkungen auf Flugangebot und Luftverkehrskosten in Deutschland und Europa

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Höhere Ticketsteuer ab Mai 2024: Preisanstieg für Flugreisen

Wer in diesem Jahr noch eine Flugreise plant, sollte sich beeilen und die Tickets möglichst bald buchen. Denn ab dem zweiten Quartal wird das Fliegen voraussichtlich teurer, da die sogenannte Luftverkehrsabgabe angehoben wird. Diese Maßnahme ist Teil des Plans der Bundesregierung, das Haushaltsloch zu stopfen, das sich nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor einigen Wochen auftat. Ursprünglich sollte die neue Ticketsteuer bereits zu Beginn des Jahres in Kraft treten.

Trotz Protesten hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) die von der Ampelkoalition geplanten Einsparungen und Steuererhöhungen umgesetzt. Am Wochenende versandte er das Zweite Haushaltsfinanzierungsgesetz an seine Kabinettskollegen, die am Montag schriftlich zustimmen sollen. Laut dem Gesetz wird die höhere Ticketsteuer ab Mai 2024 gelten.

Die Luftverkehrsabgabe wird je nach Flugstrecke zwischen 15,53 Euro und 70,83 Euro ab dem 1. Mai ansteigen. Bisher lag die Steuer bei Flügen bis zu 2500 Kilometern Entfernung bei 13,03 Euro pro Passagier und Flug, auf längeren Strecken bis zu 6000 Kilometern bei 33,01 Euro und darüber hinaus bei 59,43 Euro. Im Jahr 2023 generierte diese Steuer schätzungsweise 1,6 Milliarden Euro an Einnahmen, was einem Anstieg von etwa 19 Prozent entspricht.

Zusätzlich zu dieser Änderung im Luftverkehrssteuergesetz wird die Bundesregierung voraussichtlich 445 Millionen Euro Mehreinnahmen im laufenden Jahr verzeichnen. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass die Einnahmen auf 580 Millionen Euro und schließlich auf 625 Millionen Euro ansteigen.

Die Luftfahrtbranche erwartete bereits, dass die höhere Ticketsteuer im zweiten Quartal dieses Jahres eingeführt wird. Trotz Bemühungen, diese Entwicklung zu verhindern, war klar, dass die Steuererhöhung kommen würde.

Verkehrsminister Volker Wissing verteidigte die Steuermaßnahme kürzlich in einem Interview mit dem Handelsblatt. Er betonte, dass sie alle Luftverkehrsunternehmen, die von Deutschland aus fliegen, erfassen werde. Diese Lösung sei für den inländischen Markt wettbewerbsneutral. Im Gegensatz dazu hätte die ursprünglich vorgeschlagene Kerosinsteuer den sogenannten "Tanktourismus" begünstigt und die Bemühungen zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs erschwert.

Passagiere werden in Zukunft höhere Ticketpreise zahlen müssen, da die Bundesregierung erwartet, dass die Fluggesellschaften die Steuererhöhung an die Passagiere weitergeben werden. Dies wird insbesondere bei sogenannten Billigflügen einen erheblichen Anteil am Gesamtflugpreis ausmachen.

Die Ticketabgabe wird jedoch nicht nur die Preise beeinflussen, sondern auch das Angebot an innerdeutschen und innerhalb Europas durchgeführten Flügen reduzieren. Vertreter der britischen Billigairline Easyjet haben bereits vor Weihnachten darauf hingewiesen, dass die Nachfrage aufgrund der Steuer sinken wird und die Flugzeuge schlechter ausgelastet sein werden. Nicht nachgefragte Flüge werden in der Regel von den Fluggesellschaften gestrichen.

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister hat ebenfalls angekündigt, Flüge, die aufgrund der Steuer unwirtschaftlich werden, zu überprüfen. Diese Maßnahmen könnten dazu führen, dass Deutschland im Luftverkehr langsamer wächst als seine europäischen Nachbarländer. Während viele EU-Länder bereits das Verkehrsaufkommen vor der Pandemie wieder erreicht oder sogar überschritten haben, liegt Deutschland weiterhin unter den Zahlen von 2019.

Die Bundesverbände der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) machen die hohen Kosten für die schleppende Erholung nach der Pandemie verantwortlich. Die Gebühren für die Flugsicherung haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt und sollen ab 2025 um bis zu 50 Prozent steigen. Auch die Flughafengebühren sind gestiegen. Darüber hinaus belasten Kosten für Emissionsrechtezertifikate und die Beimischung von synthetischem Treibstoff (SAF) innereuropäische Flugstrecken.

Deutsche Airlines müssen erhebliche staatliche Gebühren für den Abflug an deutschen Flughäfen entrichten, was letztendlich an die Passagiere weitergegeben wird. Diese Entwicklungen könnten dazu führen, dass Flugreisen teurer und weniger attraktiv werden. Passagiere sollten daher ihre Reisepläne überdenken und ihre Flugtickets möglichst frühzeitig buchen, um von den aktuellen Preisen zu profitieren, bevor die höhere Ticketsteuer im Mai 2024 in Kraft tritt.

LuftverkehrPreiserhöhungChristian Lindner

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