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Hersteller sparen an Zutaten statt am Preis

Verbraucherschützer kritisieren Qualitätsverlust durch heimliche Rezepturänderungen bei Lebensmitteln

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Hersteller sparen an Zutaten statt am Preis

Immer mehr Lebensmittelhersteller ändern still und leise die Zusammensetzung ihrer Produkte – oft zum Nachteil der Verbraucher. Teure Zutaten wie Butter, Fleisch oder Haselnüsse werden dabei zunehmend durch günstigere Alternativen ersetzt. Verbraucherschützer sprechen von "Skimpflation", einem Trick, bei dem zwar das Produkt äußerlich gleich bleibt, die Qualität im Inneren jedoch deutlich sinkt.

Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert diese Praxis scharf. Der Lebensmittel-Experte Armin Valet betont, dass Kunden scheinbar dasselbe Produkt kaufen, tatsächlich aber weniger Qualität für ihr Geld erhalten. Zwar ist es rechtlich erlaubt, Rezepturen zu verändern, solange dies korrekt auf der Verpackung steht, doch in der Praxis seien die Änderungen für viele Käufer kaum erkennbar. Die Zutatenlisten würden selten im Detail verglichen, Hinweise wie "Neue Rezeptur" seien oft nicht aussagekräftig genug.

In einer aktuellen Liste führt die Verbraucherzentrale rund 40 Produkte auf, bei denen die Qualität laut ihrer Einschätzung gesunken ist. Darunter die "Lieblings Nuss-Nougat-Creme" von Netto, deren Haselnussanteil von 20 auf 13 Prozent reduziert wurde. Auch beim Ketchup der Kaufland-Eigenmarke K-CLASSIC wurde das hochwertigere doppelt konzentrierte Tomatenmark durch einfach konzentriertes ersetzt. Kaufland verwies auf einen Lieferantenwechsel und erklärte, sensorische Tests hätten die Kundenerwartungen bestätigt.

Ein weiteres Beispiel ist die "Feinschmecker Zitronen Butter Sauce" von Knorr. Hier wurde der Butteranteil deutlich von 25 auf zehn Prozent gesenkt. Verbraucher sollen die fehlende Butter selbst hinzufügen. Beim Schmelzkäse "Milkana cremig leicht" sank der Käseanteil von 65 auf 42 Prozent. Der Hersteller Savencia gibt an, die Qualität habe sich dennoch verbessert – durch höheren Fettanteil und die Zugabe von Butter.

Laut dem Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbandes Deutschland, Christoph Minhoff, seien solche Maßnahmen eine nachvollziehbare Reaktion auf steigende Rohstoffpreise, unterbrochene Lieferketten und neue gesetzliche Anforderungen. Auch freiwillige Vorgaben zur Reduktion von Zucker, Fett oder Salz spielten eine Rolle.

Das Unternehmen Kölln entschied sich für mehr Transparenz: Die Füllmenge bestimmter Schoko-Müslis wird reduziert, der Preis bleibt gleich – die Verpackung wird entsprechend angepasst. Verbraucherschützer fordern hingegen eine generelle Kennzeichnungspflicht bei Rezepturänderungen, um Skimpflation und auch die verwandte "Shrinkflation" für Verbraucher nachvollziehbar zu machen.

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