Hedgefonds schlagen im Mai globale Benchmarks dank Aktienrallye
Steigende Aktienkurse, angeführt vom US-Tech-Sektor, bescherten Hedgefonds im Mai überdurchschnittliche Renditen.

Hedgefonds haben im Mai 2026 von freundlichen Marktbedingungen profitiert und globale Benchmarks übertroffen. Besonders aktienorientierte Fonds glänzten: Stock-Picking-Hedgefonds erzielten laut einer Goldman-Sachs-Mitteilung, die Reuters vorliegt, eine Rendite von 5,35% – deutlich mehr als der MSCI Total Return Index, der im gleichen Zeitraum ein Plus von 4,55% verzeichnete.
Der Rückenwind kam vor allem aus dem US-amerikanischen Technologiesektor. Der S&P 500 beendete den Mai mit dem neunten Wochengewinn in Folge – die längste Gewinnserie seit Dezember 2023, die damals durch Hoffnungen auf Fortschritte bei einer friedlichen Lösung des Iran-Krieges genährt wurde.
Hedgefonds kaufen Aktien so schnell wie seit Juni 2025 nicht mehr
Die starke Marktrallye nutzten Hedgefonds aktiv, um ihre Positionen auszubauen. Laut der Goldman-Sachs-Notiz kauften sie Aktien so schnell wie seit Juni 2025 nicht mehr. Dabei konzentrierten sich die Käufe auf folgende Sektoren:
- Informationstechnologie
- Zyklische Konsumgüter
- Finanzwesen
- Industrie
Auf der Verkäuferseite standen hingegen Energie, Kommunikationsdienstleistungen und Basiskonsumgüter – die einzigen drei Sektoren, die unter dem Strich netto verkauft wurden.
Einen zusätzlichen Renditeschub lieferten sogenannte „Crowded Long"-Positionen. Dabei treiben viele Anleger, die gleichzeitig dieselben Aktien kaufen, die Kurse nach oben und erzeugen ein Momentum, das erfolgreiche Wetten weiter verstärkt. Eine Long-Position ist eine Wette darauf, dass der Wert eines Vermögenswerts steigen wird.
Leverage auf Fünfjahreshoch – Kreditaufnahme steigt rasant
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung beim Einsatz von Fremdkapital: Die gesamte Kreditaufnahme der Hedgefonds stieg mit einer der schnellsten Raten, die Goldman Sachs in den vergangenen fünf Jahren verzeichnet hat. Der Verschuldungsgrad – auch Leverage genannt – befindet sich nun auf einem Fünfjahreshoch. Das bedeutet, dass Hedgefonds zunehmend geliehenes Kapital einsetzen, um ihre Renditen zu hebeln – was im Aufschwung die Gewinne verstärkt, im Abschwung aber auch die Verluste erhöhen kann.
Nicht alle Strategien schnitten gleich gut ab. Systematisch handelnde Aktien-Hedgefonds, die auf algorithmischen Modellen basieren, erzielten im Mai eine deutlich niedrigere Rendite von 0,84%. Technologieaktien halfen zwar sowohl Stock-Pickern als auch systematischen Tradern, doch Verluste aus Positionen in Industrieunternehmen belasteten insbesondere die regelbasierten Fonds.
Auch die großen Multi-Strategie-Hedgefonds konnten von der Marktstärke profitieren. Schonfeld erzielte im Mai eine Rendite von 2,6%, Millennium kam auf 2,4%. Diese Fonds verfolgen gleichzeitig mehrere unterschiedliche Handelsstrategien und gelten als Gradmesser für die Branche insgesamt.
