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Heathrow-Chef warnt: Dritte Startbahn braucht Burnhams Ja bis Jahresende

Ohne klares politisches Bekenntnis des Premierministers könnten Investoren das 33-Milliarden-Pfund-Projekt neu bewerten.

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Heathrow-Chef warnt: Dritte Startbahn braucht Burnhams Ja bis Jahresende

Die Investoren des Londoner Flughafens Heathrow könnten ihre Pläne für den Bau einer dritten Start- und Landebahn auf den Prüfstand stellen, wenn Premierminister Andy Burnham dem Projekt bis Ende 2025 keine ausdrückliche Unterstützung zusichert. Das warnte Flughafenchef Thomas Woldbye in einem Interview mit der Financial Times. Das Vorhaben hat ein Volumen von 33 Milliarden Britischen Pfund und gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte Großbritanniens.

Woldbye machte deutlich, dass die Eigentümer des Flughafens „nicht ewig" auf eine politische Zusage warten könnten. Zu den Investoren von Heathrow zählen der französische Finanzinvestor Ardian, die katarische Investmentbehörde, der saudi-arabische Staatsfonds PIF sowie Singapurs Staatsfonds GIC. „Unsere Aktionäre würden dies gerne tun", sagte Woldbye. „Sie sind der Meinung, dass die Dinge lange dauern, und bisher haben sie sich damit abgefunden. Aber natürlich können wir nicht ewig warten."

Burnham weicht Fragen aus

Die Regierung von Sir Keir Starmer unterstützt das Projekt grundsätzlich, doch Burnham selbst wich bisher konsequent Fragen aus, ob er den Plan befürworte. Die FT berichtete zuvor, dass Burnham mehreren Labour-Abgeordneten gegenüber erklärt habe, er sei schon immer gegen die Idee gewesen. Vor einer Nachwahl im Wahlkreis Holborn und St Pancras bezeichnete er die Startbahn als eine „Angelegenheit für London" – obwohl Starmer ein entschiedener Befürworter ist.

Widerstand kommt auch von anderer Seite: Umweltschützer und der Londoner Labour-Bürgermeister Lord Sadiq Khan lehnen das Projekt ab. Das unabhängige Komitee für Klimawandel warnte im vergangenen Monat, der Ausbau von Heathrow sei unvereinbar mit den Klimazielen der Regierung und würde so viel CO₂ verursachen wie Birmingham, die zweitgrößte Stadt Großbritanniens.

Woldbye zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Unterstützer innerhalb der Regierung die wirtschaftlichen Vorteile des Projekts verstehen. „Ich bin kein Politiker; es mag andere Gründe geben, warum er sich derzeit nicht dazu bekennt", sagte er über Burnham. „Aber natürlich gibt es einen Punkt, an dem wir wahrscheinlich sagen würden: ‚Wir müssen uns festlegen'."

Wirtschaftliche Argumente und Zeitplan

Heathrow hat gegenüber Ministern die wirtschaftlichen Vorteile des Projekts hervorgehoben. Dazu zählen 100.000 neue Arbeitsplätze sowie ein positiver Impuls für das Bruttoinlandsprodukt. Besonders betont wird, dass 60 Prozent des wirtschaftlichen Nutzens außerhalb von London spürbar sein sollen – ein Argument, das angesichts der britischen Regionalpolitik erhebliches Gewicht hat.

Die ehemalige Schatzkanzlerin Rachel Reeves hatte die Idee einer dritten Startbahn im Jahr 2025 wiederbelebt und einen ambitionierten Zeitplan festgelegt: Baustart bis 2029, teilweise Betriebsbereitschaft bis 2035. Aufgrund von Verzögerungen hat Heathrow den frühestmöglichen Eröffnungstermin jedoch bereits auf 2039 verschoben. Woldbye bezeichnete die Frist für die Planungsgenehmigung bis 2029 als „herausfordernd", betonte aber: „Wir arbeiten auf 2029 hin und sehen jetzt einen Weg dorthin."

Mehrere Hürden noch zu nehmen

Bevor Heathrow und seine Investoren einen formellen Planungsantrag einreichen können, müssen mehrere Prozesse abgeschlossen werden. Der Verkehrsausschuss des Unterhauses prüft derzeit einen neuen politischen Rahmen, der den Bau einer neuen Startbahn ermöglichen würde. Gleichzeitig untersucht die Zivilluftfahrtbehörde (Civil Aviation Authority) Änderungen am Modell von Heathrow zur Rückgewinnung von Investitionskosten. Zudem läuft eine eigene Konsultation des Flughafens, die im Dezember endet.

Das Verkehrsministerium erklärte, es unterstütze den „Ausbau von Flughäfen im ganzen Land, wo dies zu Wachstum und Chancen beitragen kann, sofern die Umweltauflagen erfüllt werden". Die Behörde arbeite daran, die eingegangenen Antworten auf die jüngste Konsultation zu prüfen und die nächsten Schritte abzuwägen. Für Heathrow und seine internationalen Investoren läuft die Uhr jedoch ab – eine Entscheidung über den weiteren Kurs soll noch vor Jahresende fallen.

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