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Hawaii: Medizinisches Marihuana ist häufigster Grund für Waffenschein-Ablehnungen

Ein neuer Bericht des Generalstaatsanwalts zeigt: Fast 29 Prozent aller abgelehnten Waffenschein-Anträge in Hawaii betreffen Marihuana-Patienten.

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Hawaii: Medizinisches Marihuana ist häufigster Grund für Waffenschein-Ablehnungen

In Hawaii ist der Status als Patient für medizinisches Marihuana der häufigste Einzelgrund, aus dem Behörden Anträge auf Waffenscheine ablehnen. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht „Firearms Registration in Hawai'i" hervor, den das Büro des Generalstaatsanwalts im vergangenen Monat veröffentlichte. Von insgesamt 163 im Jahr 2025 abgelehnten Waffenschein-Anträgen entfielen 47 – das entspricht 28,8 Prozent – auf Antragsteller mit medizinischem Cannabis-Status.

Damit liegt medizinisches Marihuana noch vor psychischen Erkrankungen, häuslicher Gewalt und anderen Straftaten als Ablehnungsgrund auf Platz eins. Weitere 13 Anträge, also rund 8 Prozent aller Ablehnungen, wurden wegen Drogendelikten abgelehnt. Der Trend ist dabei nicht neu: Bereits im Jahr 2023 waren laut demselben Büro 41 Prozent aller Ablehnungen auf medizinisches Cannabis zurückzuführen.

Auch ehemalige Patienten betroffen

Besonders bemerkenswert: Zu den abgelehnten Antragstellern zählen nicht nur aktive Marihuana-Patienten, sondern auch ehemalige. Laut dem Bericht erlauben die Polizeibehörden in Hawaii ehemaligen Patienten erst frühestens ein Jahr nach Ablauf ihrer Marihuana-Karte, einen Waffenschein zu beantragen. Diese Regelung verlängert die rechtlichen Konsequenzen des Patientenstatus also deutlich über das Ende der medizinischen Behandlung hinaus.

Der Hintergrund dieser Praxis liegt im US-Bundesrecht: Nach dem Bundesgesetz 922(g)(3) ist es Personen, die illegale Drogen konsumieren – darunter auch Marihuana, das auf Bundesebene weiterhin als Klasse-I-Droge eingestuft ist – verboten, Schusswaffen zu besitzen. Dieser Konflikt zwischen staatlichem Medizinalcannabis-Recht und Bundeswaffenrecht betrifft nicht nur Hawaii, sondern alle US-Bundesstaaten mit entsprechenden Programmen.

Bewegung auf Bundesebene – aber widersprüchliche Signale

Die Daten aus Hawaii fallen in eine Phase wichtiger Entwicklungen auf Bundesebene. Das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (ATF) veröffentlichte diesen Monat einen Entwurf für eine überarbeitete Version des Formulars 4473, das beim Kauf einer Waffe bei einem lizenzierten Händler ausgefüllt werden muss. Die Überarbeitung soll den bundesweit legalen Status von medizinischem Marihuana im Zuge der jüngsten Neueinstufungsbemühungen der Trump-Administration berücksichtigen.

Gleichzeitig sendete der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche Signale, dass die Trump-Administration das Bundesgesetz 922(g)(3) möglicherweise bald nicht mehr aggressiv verteidigen werde. Im März jedoch argumentierte dieselbe Administration vor dem Obersten Gerichtshof der USA, dass das Verbot des Waffenbesitzes für Cannabis-Konsumenten gemäß dem zweiten Verfassungszusatz verfassungskonform sei. Solicitor General D. John Sauer bekräftigte zudem in einem Brief an die Richter, dass die Neueinstufung von Marihuana die Entscheidung im Fall U.S. gegen Hemani nicht beeinflussen solle.

Legalisierung in Hawaii erneut gescheitert

Auf Staatsebene geriet die Legalisierung von Marihuana als Genussmittel in Hawaii in dieser Sitzungsperiode erneut ins Stocken. Der Senat billigte zwar einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von niedrig dosiertem Marihuana, doch die Maßnahme scheiterte an einer wichtigen Frist. Ein weiterer Gesetzentwurf, der die Reform von Änderungen des Bundesrechts oder der Staatsverfassung abhängig machte, wurde vertagt.

Auch ein Vorhaben zum Verkauf bestimmter hanfbasierter Cannabinoidprodukte wurde sowohl von Senats- als auch von Repräsentantenhaus-Ausschüssen auf Eis gelegt. Wichtige Abgeordnete des Repräsentantenhauses signalisierten bereits, dass Cannabis-Legalisierungsvorschläge auch in der Sitzungsperiode 2026 nicht weiterverfolgt würden – mit Verweis auf mangelnde Unterstützung in ihrer Kammer. Für Marihuana-Patienten in Hawaii bleibt die rechtliche Lage damit weiterhin angespannt: Wer medizinisches Cannabis nutzt, riskiert den Verlust des Rechts auf Waffenbesitz – und das auf unbestimmte Zeit.

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