Haribo plant neues Werk in Neuss
300 Millionen Euro für nachhaltige Produktion und mehr Arbeitsplätze in Deutschland

Haribo, das bekannte Familienunternehmen, plant eine bedeutende Investition in Deutschland. Ein neues Werk im rheinländischen Neuss soll für rund 300 Millionen Euro errichtet werden, um die steigende Nachfrage nach Maoam-Kaubonbons und Haribo-Fruchtgummis zu decken. Diese Entscheidung ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort Deutschland, wie der Chief Operating Officer (COO) von Haribo, Markus Riegelein, erklärte. Das neue Werk wird doppelt so groß sein wie das bestehende, das sich am aktuellen Standort nicht erweitern lässt, und wird auf einem 14 Hektar großen Grundstück im Ortsteil Holzheim gebaut. Der Spatenstich ist für 2025 geplant, und die Produktion soll 2028 beginnen.
Haribo beschäftigt derzeit etwa 3000 Mitarbeitende in Deutschland und 7000 weltweit. Mit dem neuen Werk in Neuss sollen rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Kapazitätsgrenzen des aktuellen Maoam-Werks machen diesen Schritt notwendig, da die Nachfrage derzeit nicht gedeckt werden kann. Haribo will zudem die Nachhaltigkeit des neuen Werks betonen: 30 Prozent der benötigten Energie sollen durch Photovoltaik-Anlagen erzeugt werden, und es soll "net-zero-ready" sein, was bedeutet, dass eine Umstellung auf grünen Wasserstoff möglich ist, sobald dieser verfügbar ist.
Trotz der hohen Lohn- und Energiekosten in Deutschland sieht Haribo in der Produktion vor Ort einen Vorteil. Die Fachkompetenz der Mitarbeitenden überwiegt die Kosten, so Riegelein. Diese Haltung steht im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, die ihre Produktion ins günstigere Ausland verlagern. Haribo bleibt jedoch seiner Philosophie treu und investiert nur in Projekte, die den CO2-Fußabdruck des Unternehmens reduzieren, ohne auf Kompensationsprojekte zurückzugreifen.
Haribo ist bekannt für seine finanzielle Disziplin und Schuldenfreiheit. Diese Prinzipien ermöglichen es dem Unternehmen, Großprojekte ohne Kredite zu finanzieren und seine Unabhängigkeit zu bewahren. International baut Haribo sein Produktionsnetz ebenfalls aus, mit neuen Werken in den USA und der Türkei. Weltweit betreibt das Unternehmen 16 Werke in elf Ländern, wobei Deutschland mit vier Werken und etwa 3000 Beschäftigten eine zentrale Rolle spielt.
Der deutsche Markt bleibt für Haribo wichtig, auch wenn der US-Markt stark wächst. Haribo ist unangefochtener Marktführer für Fruchtgummis und Lakritz in Deutschland und bringt jährlich mehr als 40 Neuheiten auf den Markt. Trotz eines sinkenden Marktanteils aufgrund von Konkurrenz und Preisstreitigkeiten, wie zuletzt mit Lidl, bleibt Haribo eine dominante Kraft im Süßwarenmarkt. Das Familienunternehmen sieht weiterhin Wachstumschancen in Asien, insbesondere in Korea und Japan, und hält stets nach neuen Möglichkeiten Ausschau.
