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Handelsspannungen: China droht Frankreich mit Vergeltungszöllen auf Wein

Französischer Strategiebericht fordert 30-Prozent-Zölle auf chinesische Waren – Peking signalisiert scharfe Gegenmaßnahmen

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Handelsspannungen: China droht Frankreich mit Vergeltungszöllen auf Wein

Die Handelsspannungen zwischen China und Frankreich verschärfen sich dramatisch. Ein am Montag veröffentlichter Strategiebericht der französischen Regierung empfiehlt der Europäischen Union einen pauschalen Zoll von 30 Prozent auf chinesische Waren oder alternativ eine Abwertung des Euro gegenüber dem Renminbi um 30 Prozent. Ziel ist es, der Flut billiger chinesischer Importe entgegenzuwirken.

China reagierte prompt und scharf auf die französischen Vorschläge. Der einflussreiche Social-Media-Account Yuyuan Tantian, der häufig offizielle Positionen vertritt, bezeichnete die Empfehlungen als "Handels-Kriegserklärung an China". Die Maßnahmen richteten sich ausschließlich gegen chinesische Produkte und verstießen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation, hieß es dort.

Die französische Regierung versuchte bereits, die Wogen zu glätten. "Wie Sie sehen, wurde der Vorschlag heute von der Regierung nicht aufgegriffen, was jedoch nicht bedeutet, dass er unbegründet ist", erklärte Regierungssprecherin Maud Bregeon vor Journalisten. Das französische Handels- und Finanzministerium hielten sich zunächst mit Stellungnahmen zurück.

Spirituosenhersteller unter Druck

Die Märkte reagierten nervös auf die Entwicklungen. Die Aktien des Cognac-Herstellers Remy Cointreau fielen nach Bekanntwerden der Nachrichten um bis zu 2,2 Prozent, bevor sie ihre Verluste teilweise wieder aufholten. Der Spirituosenkonzern Pernod Ricard gab zunächst 1 Prozent nach, konnte die Verluste jedoch ebenfalls begrenzen.

Die Nervosität der Anleger ist nachvollziehbar: Französischer Cognac und andere Spirituosen sind besonders anfällig für chinesische Vergeltungsmaßnahmen. China ist ein bedeutender Absatzmarkt für Premium-Spirituosen aus Frankreich, insbesondere für Cognac. Die großen Hersteller Pernod Ricard, LVMH und Remy Cointreau erwirtschaften einen erheblichen Teil ihres Umsatzes in der Volksrepublik.

Historische Vorbelastung

Die aktuelle Eskalation hat eine Vorgeschichte. Im vergangenen Jahr führte China eine mehr als einjährige Antidumping-Untersuchung gegen europäischen Branntwein durch, die weithin als Vergeltungsmaßnahme für EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge interpretiert wurde. Frankreich hatte damals für diese Zölle gestimmt. Letztlich verschonte Peking die großen französischen Cognac-Produzenten vor hohen Zöllen – eine Entscheidung, die nun möglicherweise revidiert werden könnte.

Dialog trotz Drohgebärden

Trotz der scharfen Rhetorik betont China seine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. "China hat seine Tür für die Kommunikation stets offen gehalten, ist aber auch gut vorbereitet, um allen Herausforderungen zu begegnen", hieß es in dem Bericht von Yuyuan Tantian. Peking signalisiert damit: Man ist zum Dialog mit Frankreich und der EU bereit, um Handelsstreitigkeiten beizulegen – wird aber bei Bedarf auch Gegenmaßnahmen ergreifen.

Für die französische Wirtschaft steht viel auf dem Spiel. Eine Eskalation des Handelskonflikts könnte nicht nur die Spirituosenindustrie treffen, sondern auch andere Sektoren wie Luxusgüter, Kosmetik und Luftfahrt, in denen französische Unternehmen stark auf den chinesischen Markt angewiesen sind.

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