ANZEIGE

Handelsmarken erobern den Markt für Veggie-Produkte

Steigende Konkurrenz und sinkende Preise setzen etablierte Marken unter Druck

2 Min
Handelsmarken erobern den Markt für Veggie-Produkte

In den letzten Jahren hat sich der Markt für pflanzliche Ersatzprodukte in Deutschland stark verändert. Während pflanzliche Alternativen anfangs starkes Wachstum verzeichneten, ist der Markt mittlerweile in eine Phase langsameren Wachstums eingetreten. Besonders auffällig ist, dass Handelsmarken zunehmend Marktanteile von etablierten Marken übernehmen. So stieg der Umsatz von Eigenmarken im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 19,5 Prozent, während Markenprodukte lediglich einen Anstieg von 4,7 Prozent verzeichneten. Handelsmarken wie Vemondo oder My Veggie machen inzwischen drei von zehn verkauften Veggie-Produkten aus.

Trotz des nachlassenden Wachstums bleibt Deutschland der größte Markt für pflanzliche Ersatzprodukte in Europa. Im Jahr 2023 wuchs der Gesamtumsatz mit diesen Produkten um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg der Absatz um 9,4 Prozent, was auf die kontinuierlich sinkenden Preise zurückzuführen ist. Während pflanzliche Ersatzprodukte für Fleisch und Fisch im Jahr 2021 noch 65 Prozent teurer waren als ihre tierischen Pendants, lag die Preisdifferenz Anfang 2024 nur noch bei 35 Prozent. Besonders im Fokus steht dabei pflanzliche Sahne, die inzwischen günstiger ist als Kuhsahne.

Ein weiteres Beispiel für die Preissensibilität der Verbraucher zeigt Lidl, das seine Preise für die pflanzliche Eigenmarke Vemondo an die tierischen Produkte angeglichen hat. Dies führte zu einem Verkaufsanstieg von über 30 Prozent innerhalb von sechs Monaten. Dennoch bleibt der Marktanteil pflanzlicher Produkte im Vergleich zu tierischen Erzeugnissen gering. Der Marktanteil von Fleisch- und Fischalternativen liegt bei rund 3,2 Prozent, während pflanzliche Milch inzwischen zehn Prozent des gesamten Milchmarktes ausmacht.

Besonders stark spüren Markenhersteller den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Handelsmarken. Der Marktführer Rügenwalder Mühle berichtet von einem herausfordernden Umfeld, in dem immer mehr Handelsmarken auf den Markt drängen. Kleinere Produzenten und Start-ups haben Schwierigkeiten, sich in diesem hart umkämpften Markt zu behaupten. Einige, wie etwa L’Herbivore, mussten bereits Insolvenz anmelden. Gleichzeitig drängen ausländische Anbieter wie das Schweizer Unternehmen Planted auf den deutschen Markt und tragen zum zunehmenden Wettbewerbsdruck bei.

Der Markt für pflanzliche Milch ist ein weiteres wichtiges Segment. Der Umsatz stieg 2023 um elf Prozent, wobei besonders günstige Handelsmarken einen starken Zuwachs verzeichneten. Markenprodukte wie Alpro bleiben jedoch führend, wenn auch der Abstand zu den Handelsmarken kleiner wird. Die Preisdifferenz zwischen pflanzlicher Milch und Kuhmilch ist mittlerweile auf nur drei Prozent gesunken.

Handel & KonsumEinzelhandel LebensmittelqualitätLebensmittelpreiseLidl

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer