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Halbleiteraktien im Einbruch: Historische Daten zeigen Erholungspotenzial

Nach dem 7%-Tageseinbruch beim SMH-ETF analysiert Fundstrat-Chefstratege Tom Lee 17 vergleichbare Rücksetzer seit 2011.

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Halbleiteraktien im Einbruch: Historische Daten zeigen Erholungspotenzial

Halbleiteraktien erlebten am Dienstag einen deutlichen Kurseinbruch. Doch ein Blick auf die Vergangenheit zeigt: Solche eintägigen Verluste im Chipsektor erweisen sich historisch betrachtet oft als kurzlebig. Das ist die zentrale Botschaft von Tom Lee, dem Forschungsleiter des Analysehauses Fundstrat, der für seine optimistische Marktsicht bekannt ist.

Auslöser der aktuellen Analyse war ein Rückgang des VanEck Semiconductor ETF (SMH) um 7% an einem einzigen Handelstag. Dieser börsengehandelte Fonds gilt als wichtiger Gradmesser für den gesamten Halbleitersektor und bildet die Kursentwicklung führender Chip-Hersteller ab.

Tom Lee sieht Kaufgelegenheit bei Chip-Aktien

Lee identifizierte insgesamt 17 weitere Fälle seit dem Jahr 2011, in denen Halbleiteraktien in einer einzigen Handelssitzung um mindestens 6% gefallen sind. Die historische Auswertung dieser Rücksetzer liefert laut Fundstrat ein klares Muster: Die Verluste waren in der Regel nur von kurzer Dauer, bevor sich die Kurse wieder erholten. Für Lee stellen solche Einbrüche daher eine Kaufgelegenheit dar – nicht ein Signal zur Kapitulation.

Trotz des jüngsten Rückschlags bleibt die Gesamtbilanz des SMH-ETF im laufenden Jahr beeindruckend. Der Fonds liegt weiterhin mit 73% im Plus – ein außergewöhnlicher Zuwachs, der die enorme Nachfrage nach Halbleitertechnologie widerspiegelt.

KI-Boom als Treiber des Halbleitersektors

Der Haupttreiber dieser Kursgewinne ist der Boom rund um künstliche Intelligenz. Unternehmen, die KI-Anwendungen entwickeln und betreiben, benötigen in großem Umfang leistungsfähige Chips – von Grafikprozessoren bis hin zu Speicherchips. Hersteller von Speicherchips und anderen Halbleitern konnten in diesem Umfeld erhebliche Preiserhöhungen durchsetzen und diese direkt an ihre Unternehmenskunden weitergeben.

Für deutsche Privatanleger ist der Halbleitersektor vor allem über globale ETFs oder Einzelwerte zugänglich. Der VanEck Semiconductor ETF SMH ist an US-Börsen gelistet und enthält die weltweit bedeutendsten Chip-Produzenten. Ein eintägiger Rückgang von 7% mag auf den ersten Blick alarmierend wirken – doch im Kontext eines Jahresgewinns von 73% relativiert sich dieser Rücksetzer erheblich.

Historische Einordnung: 17 vergleichbare Fälle seit 2011

Die von Fundstrat ausgewerteten 17 Vergleichsfälle seit 2011 umfassen einen Zeitraum von rund 15 Jahren und damit mehrere Marktzyklen – darunter Phasen steigender Zinsen, geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche. Die Tatsache, dass der Sektor sich nach jedem dieser Einbrüche erholen konnte, unterstreicht die strukturelle Stärke der Halbleiterindustrie.

Ob die aktuelle Situation tatsächlich eine Kaufgelegenheit darstellt, hängt letztlich von der weiteren Entwicklung der KI-Nachfrage und den globalen Lieferketten ab. Lees historische Analyse liefert jedoch ein klares Argument dafür, kurzfristige Panikverkäufe im Chipsektor mit Vorsicht zu betrachten.

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