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Hagebau verliert weitere Märkte an Obi

Franchiseverträge laufen 2026 aus – Digitalisierung bleibt größter Schwachpunkt der Baumarktkette

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Hagebau verliert weitere Märkte an Obi

Der Abwärtstrend beim Baumarkt-Verbund Hagebau setzt sich fort. Branchenkreisen zufolge steht dem Unternehmen ein weiterer Verlust an Franchisenehmern bevor. Bis Ende des Jahres sollen voraussichtlich 20 zusätzliche Standorte aus dem System ausscheiden und sich dem Konkurrenten Obi anschließen. Bereits in der ersten Jahreshälfte hatten vier Franchisenehmer mit insgesamt 17 Märkten den Wechsel zu Obi angekündigt, viele davon zum Jahresbeginn 2026. Schon am 1. Januar 2025 war der bislang größte Hagebau-Markt in Deutschland – Gillet in Landau in der Pfalz – zu Obi übergegangen.

Besonders brisant ist die Tatsache, dass Mitte 2026 der Großteil der insgesamt 330 Franchiseverträge bei Hagebau ausläuft. Marktkenner sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Klumpenrisiko“, das dem Handelsverbund in naher Zukunft empfindlich schaden könnte. Denn viele Franchisenehmer zeigen sich zunehmend unzufrieden mit der Entwicklung der Zentrale, insbesondere im Bereich Digitalisierung. Während Wettbewerber wie Obi und Hornbach frühzeitig in digitale Vertriebskanäle investiert hatten, blieb Hagebau während der Corona-Pandemie weitgehend passiv. Eine ehemalige Führungskraft des Unternehmens formuliert es deutlich: „Hornbach und Obi haben es wunderbar gemacht – und bei Hagebau war gar nichts.“

Die Schwächen im digitalen Bereich sind nicht die einzigen Herausforderungen für die Unternehmensgruppe. Bereits seit Jahren befindet sich Hagebau auf dem Rückzug. Noch im Jahr 2017 belegte das Unternehmen Platz drei unter den deutschen Baumarktketten. Mittlerweile ist es auf Rang fünf abgerutscht – hinter Bauhaus, Obi, Hornbach und Toom, einer Tochtergesellschaft der Rewe-Gruppe. Auch der Gesamtmarkt zeigt rückläufige Tendenzen: Das Umsatzvolumen der Baumarktbranche in Deutschland sank von 22,1 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 20,9 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten spiegeln sich auch personell wider. Der bisherige Vorstandschef Jan Buck-Emden verließ das Unternehmen Ende 2024 überraschend. Nur wenige Monate später ging auch Fachhandelschef Detlef Jahnke – nach nicht einmal einem Jahr im Amt. Zuletzt kündigte Finanzchef Sven Grobrügge an, sich „aus persönlichen Gründen“ eine Auszeit zu nehmen.

Auf Anfrage teilte Hagebau mit, man äußere sich nicht zu einzelnen Vertragsverhältnissen. Das Unternehmen sehe sich jedoch wirtschaftlich stabil, strategisch klar ausgerichtet und als Kooperation weiterhin handlungsfähig.

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