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Haba kämpft um Zukunft

Über 600 Stellen gestrichen, Fokus auf Markenstrategie und hochwertige Spielwaren

2 Min
Haba kämpft um Zukunft

Inmitten der herausfordernden Wirtschaftslage präsentiert der deutsche Spielwarenhersteller Haba, der kürzlich Insolvenz anmelden musste, ein umfassendes Sanierungskonzept mit dem ambitionierten Ziel, das Familienunternehmen nachhaltig neu auszurichten. Der "Zukunftspakt 2030", welcher nicht nur eine klare Bekenntnis zum Standort Bad Rodach, sondern auch zur Region Oberfranken darstellt, impliziert einen signifikanten Abbau von mehr als 600 Stellen und die Schließung des Standortes in Eisleben, Sachsen-Anhalt, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

Haba, bekannt für hochwertige Spielwaren und Spiele zur Entwicklungsförderung von Kindern, fand sich im September in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wieder, einer Prozedur, die im Gegensatz zu traditionellen Insolvenzverfahren, keinem Insolvenzverwalter, sondern einem sogenannten Sachwalter untersteht. Dieser begleitet und überwacht den Fortgang des Verfahrens, während das Unternehmen weiterhin eigenständig geführt wird. Diese Art des Verfahrens ermöglicht es Unternehmen, sich unter rechtlichem Schutz neu aufzustellen und gleichzeitig die Kontrolle über das tägliche Geschäft zu behalten.

Während der sorgfältig geplanten Sanierung, die das Unternehmen "agil, kosteneffizient und klar strukturiert" ausrichten soll, sollen ernsthafte Gespräche zwischen Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat stattfinden. Eine essentielle Zustimmung des Gesamtbetriebsrats ist bis Ende November erforderlich, um die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen. Die klar formulierte Strategie beinhaltet neben dem Stellenabbau auch eine Fokussierung auf ein verringertes, aber qualitativ hochwertiges Sortiment.

Die dramatische Kürzung der Belegschaft von 1.677 auf lediglich 1.000 Mitarbeiter spiegelt das Ausmaß der wirtschaftlichen Herausforderungen wider, mit denen Haba konfrontiert ist. Trotz der erheblichen Umstrukturierungen betont die Haba Familygroup ihre feste Verankerung im lokalen Umfeld von Oberfranken, insbesondere am Standort Bad Rodach. Parallel dazu schlägt das Unternehmen einen pragmatischen Ansatz ein, indem es seine Markenpolitik überdenkt und zum Beispiel die Marke Jako-o ab Anfang 2024 ausläuft.

Während Haba versucht, sich auf die Marktführerschaft bei Möbeln für Kindertagesstätten und Ganztagseinrichtungen mit der Marke Haba Pro zu konzentrieren, blickt die Firma auf eine weitreichende Tradition zurück. Die mehr als 85-jährige Firmengeschichte stellt eine beachtliche Periode dar, in welcher das Unternehmen eine führende Position in der Spielwarenindustrie innehatte. Nun steht die Haba Familygroup vor der größten Umstrukturierung ihrer Historie, ein Prozess, der entscheidend für die Bewahrung ihres Erbes und die Sicherung ihrer zukünftigen Präsenz am Markt ist.

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