Haba beantragt Insolvenz
Ehemalige Expansionspläne weichen finanziellen Herausforderungen und Umstrukturierungen

Der renommierte Spielwarenhersteller Haba Sales GmbH & Co. KG, bekannt für seine hochwertigen Spielzeuge, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Bad Rodach im Landkreis Coburg hat, teilte mit, dass das Amtsgericht Coburg die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet hat. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Wendepunkt für das Unternehmen, das seit mehr als 85 Jahren besteht.
Mario Wilhelm, Geschäftsführer von Haba, betonte, dass die Entscheidung für die Eigenverwaltung in der aktuellen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens nicht leicht gefallen sei. Er sieht diesen Schritt jedoch als einzige Möglichkeit, das Unternehmen wieder zu seiner früheren Stärke zurückzuführen. Im Rahmen der Eigenverwaltung wird es keinen Insolvenzverwalter geben. Stattdessen wird ein Sachwalter das Verfahren begleiten und überwachen. Diese Rolle übernimmt Tobias Sorg von der Kanzlei dmp solutions. Trotz der Insolvenz wird die Geschäftsführung von Haba im Amt bleiben und den Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortsetzen.
Erst vor kurzem hatte Haba die Einstellung seiner bekannten Tochtermarke Jako-o bekannt gegeben. Unter dieser Marke betrieb das Unternehmen einen Onlineshop und Versandhandel, der sich auf Kleidung, Schuhe, Spielzeug und Möbel für Kinder und Babys spezialisiert hatte. Diese Entscheidung war bereits ein Indikator für die finanziellen Schwierigkeiten, mit denen das Unternehmen konfrontiert war.
Die Haba Familygroup durchläuft derzeit die größte Umstrukturierung in ihrer langen Geschichte. Vor diesem Hintergrund hatte das Unternehmen bereits eine Neuaufstellung seiner Führungsriege und einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Die wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch die Auswirkungen der Covid-Pandemie verursacht wurden, haben das Unternehmen hart getroffen. Es ist bemerkenswert, dass Haba vor einigen Jahren noch ambitionierte Expansionspläne hatte, bei denen der Umsatz von 360 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro steigen sollte. Zudem war geplant, Jako-o in zehn europäischen Ländern zu starten. Diese Pläne wurden jedoch aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf Eis gelegt.
Aktuell beschäftigt die Haba Familygroup rund 2000 Mitarbeiter. Trotz der aktuellen Herausforderungen und der beantragten Insolvenz bleibt abzuwarten, wie sich das Unternehmen in der Zukunft positionieren wird und ob es seine frühere Stärke wiedererlangen kann.
