Gute Gewinnaussichten für den DAX
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt richten ihren Blick auf ein mögliches Rekordhoch des DAX, das die Marke von 19.000 Punkten übertreffen könnte. Trotz fehlender Impulse von den US-Börsen, die aufgrund des Feiertags „Memorial Day“ geschlossen blieben, wird erwartet, dass der DAX mit Gewinnen in den Handel startet. Der Broker IG taxiert den DAX vor Handelsbeginn mit einem Plus von 0,2 Prozent. Am Vortag hatte der DAX trotz eines enttäuschenden ifo-Geschäftsklimas und der fehlenden Unterstützung von der Wall Street um 0,4 Prozent auf 18.774,71 Punkte geschlossen.
Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners betont, dass die Börsenwoche nach dem US-Feiertag erst heute richtig beginnt. Es bleibt abzuwarten, ob die Kursgewinne des Vortages nachhaltig sein werden. Im Fokus der Investoren steht nun der Inflationsbericht für Deutschland, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Auch die Zahlen zu den privaten Konsumausgaben in den USA und die Inflationsdaten aus der Eurozone, die am Freitag erwartet werden, könnten entscheidende Impulse liefern. Eine weitere wichtige Veröffentlichung ist der Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur deutschen Wirtschaftslage, der zahlreiche Empfehlungen für die Ampel-Regierung enthalten wird.
Die asiatischen Märkte zeigten am Morgen keine klare Richtung. Die Börse in Shanghai gab um 0,1 Prozent nach, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,3 Prozent. Der Nikkei-Index in Japan verlor 0,3 Prozent, der breiter gefasste Topix gab um 0,1 Prozent nach. Vor allem Gewinnmitnahmen bei Chipherstellern belasteten den Nikkei-Index. Tokyo Electron verlor 1,29 Prozent, Lasetec gab um 3,97 Prozent nach, und Advantest verzeichnete ein Minus von 1,27 Prozent. In Japan herrscht zudem Unsicherheit über den Zeitpunkt einer möglichen Straffung der Geldpolitik der Bank of Japan.
Japans Finanzminister Shunichi Suzuki äußerte Besorgnis über die negative Auswirkungen der Yen-Schwäche. Der schwache Yen steigere zwar die Gewinne der Exporteure, erhöhe aber auch die Importpreise und belaste Unternehmen und Verbraucher. Der Yen pendelte sich nahe der Marke von 157 pro Dollar ein und lag zuletzt bei 156,80 pro Dollar. Die Finanzminister der G7-Staaten bekräftigten am Wochenende ihre Warnung vor übermäßig volatilen Währungsbewegungen, was Japan als grünes Licht für eine mögliche Marktintervention ansieht.
In Hamburg finden am Nachmittag abschließende Beratungen über den geplanten Einstieg der Reederei MSC beim Hafenlogistiker HHLA statt. Rot-Grün plant, MSC bei der HHLA an Bord zu holen, um den Containerumschlag zu stabilisieren. Die Bürgerschaft muss den Plänen zustimmen, was angesichts der Zweidrittelmehrheit von SPD und Grünen als sicher gilt. Die Opposition kritisiert den Deal und fühlt sich vom Senat unzureichend informiert.
