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Große Autobauer kürzen Dividenden drastisch

Gewinneinbrüche und Sparprogramme setzen Ausschüttungen unter politischen Druck

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Große Autobauer kürzen Dividenden drastisch

BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen, die drei großen deutschen Automobilkonzerne, sind für einen erheblichen Teil der DAX-Ausschüttungen verantwortlich. Im Frühjahr 2024 schütteten sie etwa 14 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus, was ein Viertel der gesamten Dividenden im DAX ausmachte. Aufgrund aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen und rückläufiger Gewinne steht die Höhe der Ausschüttungen im kommenden Jahr jedoch in Frage. Besonders stark betroffen ist Volkswagen, dessen Nettogewinn in den ersten neun Monaten des Jahres um über drei Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

Die Aktien der Unternehmen haben in den letzten Monaten an Wert verloren, und Analysten gehen davon aus, dass Volkswagen die Dividende auf 45 Cent je Aktie senken könnte, was einem Rückgang von 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspräche. Mit einer deutlich reduzierten Ausschüttung könnte Volkswagen mehr als vier Milliarden Euro sparen, was zur Finanzierung der notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen beitragen würde. Diese beinhalten den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen und mögliche Werksschließungen in Deutschland. Der Konzern plant Einsparungen in Höhe von vier Milliarden Euro und erwägt, Bonuszahlungen und Zuschläge zu streichen sowie Gehaltskürzungen bei der Kernmarke VW durchzuführen.

Neben Volkswagen stehen auch bei BMW und Mercedes Einsparungen bevor, wenn auch in geringerem Umfang. BMW erwartet eine reduzierte Dividende von etwa fünf Euro pro Aktie, verglichen mit sechs Euro im vergangenen Jahr. Mercedes, dessen Nettogewinn voraussichtlich auf 9,5 Milliarden Euro sinken wird, könnte die Ausschüttung auf 4,30 Euro pro Aktie senken, was eine Milliarde Euro weniger an die Aktionäre bedeutet. Dies entspricht dem allgemeinen Trend zu niedrigeren Dividendenrenditen, der mit sinkenden Aktienkursen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld einhergeht.

Das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen hält, könnte ebenfalls Einfluss auf die Entscheidung zur Dividendenausschüttung nehmen. Analysten gehen davon aus, dass die soziale Gerechtigkeit eine Rolle bei der Entscheidung spielen wird, da Massenentlassungen und Werksschließungen bei gleichzeitigen hohen Dividenden schwer zu rechtfertigen wären. Ein Analyst prognostiziert, dass die Dividende auf rund vier Euro pro Aktie gekürzt wird, was einer Halbierung entspricht, wobei auch extreme Schätzungen einer vollständigen Streichung existieren.

Der derzeitige Rückgang der Dividenden ähnelt Entwicklungen in anderen Industrien wie der Chemiebranche. BASF senkte angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ihre Dividende auf mindestens 2,25 Euro pro Aktie. Auch Energieversorger wie Eon und RWE sahen sich in der Vergangenheit gezwungen, ihre Ausschüttungen zu reduzieren, als sich politische Entscheidungen negativ auf ihr Geschäftsmodell auswirkten. Nun müssen auch die deutschen Automobilkonzerne die Auswirkungen der Energiewende und der Transformation zur Elektromobilität bewältigen.

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