Grenke Bank unter Druck wegen Geldwäschemängeln
Bafin fordert Nachbesserungen, Aktienkurs stürzt ab, Vorstandsposten wird neu besetzt

Die Finanzaufsicht Bafin hat die Grenke Bank wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention in den Fokus genommen. Nach einer Mitteilung der Behörde wird von der Bank gefordert, innerhalb der nächsten zwölf Monate die festgestellten Defizite zu beheben. Diese Maßnahme betrifft vor allem die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation der Bank, die nach Auffassung der Bafin nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Die Grundlage für diese Entscheidung bilden zwei Sonderprüfungen sowie die Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2023. Dabei wurde festgestellt, dass die Grenke Bank das Kreditwesengesetz (KWG) und das Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (GwG) teilweise nicht einhält.
Besonders schwerwiegend sind laut Bafin die festgestellten Mängel im Bereich der Geldwäscheprävention. Die Bank habe es versäumt, die erforderlichen Maßnahmen zur Risikoanalyse und Risikobewertung von Geschäftsbeziehungen sowie Transaktionen ordnungsgemäß umzusetzen. Daneben kritisiert die Bafin auch Verstöße im Kreditgeschäft, in der Internen Revision sowie im Risikomanagement und -controlling der Bank. Ein Sprecher von Grenke betonte, dass das Unternehmen die Mitteilung der Bafin sehr ernst nehme und die identifizierten Mängel zeitnah behoben würden.
Die Veröffentlichung der Bafin-Maßnahmen hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Aktienkurs der Grenke Bank. Die im SDax gelisteten Aktien des Unternehmens verloren nach der Bekanntgabe bis zu 15 Prozent ihres Wertes. Dies deutet auf eine erhebliche Unsicherheit der Investoren hinsichtlich der Zukunftsaussichten der Bank hin, insbesondere in Anbetracht der regulatorischen Anforderungen, denen sie nun gerecht werden muss.
Parallel zu den Entwicklungen bei der Bafin teilte Grenke mit, dass es Veränderungen im Vorstand geben wird. Isabel Rösler, die derzeitige Risiko-Vorständin, wird auf eigenen Wunsch den Vorstand zum Ende des Jahres verlassen. Rösler ist seit Januar 2021 Chief Risk Officer (CRO) bei der Grenke Bank und verantwortlich für zentrale Bereiche wie Risikocontrolling, Compliance, Geldwäscheprävention, Informationssicherheit und Datenschutz. Laut einem Unternehmenssprecher besteht jedoch kein Zusammenhang zwischen Rösler's Abgang und der Ankündigung der Bafin. Die zeitliche Nähe der beiden Mitteilungen sei reiner Zufall.
