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Google verhandelt mit Chinas Envicool über KI-Rechenzentrum-Kühlsysteme

Alphabet-Beschaffungsteam besuchte chinesische Anbieter für Flüssigkeitskühlsysteme – der KI-Boom verschärft den globalen Komponentenmangel.

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Google verhandelt mit Chinas Envicool über KI-Rechenzentrum-Kühlsysteme

Googles Mutterkonzern <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet führt Gespräche mit dem chinesischen Unternehmen Envicool und weiteren Anbietern über den Kauf von Flüssigkeitskühlsystemen für KI-Rechenzentren. Ein Beschaffungsteam der taiwanesischen Google-Niederlassung besuchte dazu in diesem Monat mehrere chinesische Hersteller. Dies berichten drei mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber Reuters, die anonym bleiben wollten.

Flüssigkeitskühlsysteme sind in modernen KI-Rechenzentren unverzichtbar geworden. Hochleistungsrechner erzeugen so viel Wärme, dass herkömmliche Luftkühlung nicht mehr ausreicht. Bei diesen Systemen wird Wasser oder eine andere Flüssigkeit direkt über oder um die Prozessoren geleitet, um die Abwärme effizient abzuführen.

Die Gespräche verdeutlichen, wie der globale Wettlauf um KI-Infrastruktur nicht nur den Markt für fortschrittliche Chips, sondern auch für weniger hochpreisige Komponenten unter Druck setzt. Gleichzeitig unterstreichen sie die wachsende Bedeutung chinesischer Zulieferer für das globale Rechenzentrumswachstum – trotz der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China.

Milliardenmarkt mit rasantem Wachstum

Der weltweite Markt für Flüssigkeitskühlsysteme für KI-Server soll laut JPMorgan bis 2026 auf über 17 Milliarden US-Dollar anwachsen, nach 8,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Treiber dieser Entwicklung sind die steigende Nachfrage von Nvidia sowie Cloud-Anbietern mit eigenen KI-Chips.

Envicool, 2005 gegründet und mit einem Börsenwert von umgerechnet rund 14 Milliarden US-Dollar bewertet, verzeichnete in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg von 40 Prozent. Das in Shenzhen ansässige Unternehmen präsentierte zuletzt auf einer Branchenveranstaltung eine sogenannte Kühlmittelverteilereinheit (CDU) nach Google-Spezifikationen – eine Schlüsselkomponente, die das Kühlmittel an die Server-Racks verteilt.

Goldman Sachs berichtete nach einem Analystengespräch mit Envicool, dass die Pipeline des Unternehmens potenzielle Google-Aufträge für CDUs der fünften Generation sowie weitere Komponenten umfasst. Envicool baut zudem Kapazitäten in einem neuen Werk in der chinesischen Provinz Guangdong aus und plant zusätzliche Standorte in Thailand und den USA.

Chinesische Anbieter gewinnen global an Bedeutung

Der Markt für Flüssigkühlung ist stark fragmentiert, mit vielen Zulieferern für unterschiedliche Systemteile. Chinesische Hersteller haben dabei sukzessive Marktanteile gewonnen: Die starke Inlandsnachfrage durch zahlreiche heimische Rechenzentrumsprojekte half ihnen, Produktionsvolumen zu steigern und Kosten zu senken.

Zu den führenden chinesischen Anbietern zählen neben Envicool auch Lingyi iTech, Feilong Auto Components sowie Serverhersteller Lenovo. In Taiwan sind Foxconn, Auras und Delta Asia wichtige Zulieferer für Google in Asien. Weitere Profiteure des KI-Booms sind chinesische Hersteller optischer Transceiver wie Innolight und Eoptolink sowie Leiterplattenproduzenten wie Victory Giant Technology.

Weder Google noch Envicool reagierten auf Anfragen von Reuters um eine Stellungnahme. Für deutsche Anleger sind die Entwicklungen rund um die KI-Infrastruktur-Lieferkette ein wichtiger Indikator für die Investitionsintensität des KI-Sektors insgesamt.

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