SK Hynix-Chef erwartet Speicherchip-Knappheit bis ins Jahr 2030
Enormer KI-Bedarf treibt Engpässe bei Speicherchips – Vorstandschef Chey Tae-won sieht keine schnelle Entspannung.

Der Vorstandsvorsitzende von SK Hynix, Chey Tae-won, rechnet mit einer anhaltenden Knappheit bei Speicherchips bis mindestens 2030. Auf der GTC-Konferenz von Nvidia in San Jose, Kalifornien, erklärte Chey gegenüber Reportern, die überproportionale Nachfrage aus der KI-Industrie nach High Bandwidth Memory (HBM) führe zu einem gravierenden Mangel an Wafern.
Um die notwendigen Wafer-Kapazitäten auszubauen, benötige SK Hynix mindestens vier bis fünf weitere Jahre, so der Konzernchef. Das südkoreanische Unternehmen gehört zu den weltgrößten Speicherchip-Herstellern und ist ein zentraler Lieferant von HBM-Chips für Nvidia. Beide Unternehmen profitieren massiv vom KI-Boom der vergangenen Jahre.
Preise für Server-Speicher explodieren
Die Versorgungsengpässe zeigen sich deutlich in den Marktpreisen. Aktuelle Daten von Counterpoint Research belegen, dass die Preise für Server-Speicherchips im vierten Quartal 2025 zwischen 60 und 76 Prozent gestiegen sind. Für das erste Quartal 2026 erwarten Analysten einen weiteren Preisanstieg.
SK Hynix hat in den vergangenen drei Jahren erheblich von der KI-getriebenen Nachfrage profitiert. Die Aktie des Unternehmens legte am Dienstag infolge der Aussagen von Chey um mehr als 2 Prozent zu. Für Anleger im Halbleitersektor unterstreicht dies die anhaltende Stärke des Speicherchip-Marktes.
ADR-Listing und Preisstabilisierung im Fokus
Neben der Knappheitsprognose gab Chey bekannt, dass SK Hynix ein mögliches Listing von American Depository Receipts (ADRs) an einer US-Börse prüfe. ADRs ermöglichen es internationalen Unternehmen, ihre Aktien an amerikanischen Börsen handelbar zu machen und so den Zugang zu US-Investoren zu erleichtern.
Darüber hinaus könnte das Unternehmen Pläne vorstellen, um zur Stabilisierung der DRAM-Chippreise beizutragen. DRAM-Chips sind ein weiteres Kernprodukt von SK Hynix und essenziell für Computer, Server und mobile Geräte. Angesichts der anhaltenden Versorgungsengpässe steht die gesamte Branche unter erheblichem Druck, die Produktion zu skalieren.
