Google unter Druck: EU fordert Datenzugang für KI-Konkurrenten
Die EU-Kommission zwingt Google, seine Suchdaten und Android-Plattform für Wettbewerber zu öffnen. Der Tech-Gigant warnt vor Risiken für Datenschutz und Innovation.

Die Europäische Union verschärft den Druck auf Google: Im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) hat die EU-Kommission zwei Spezifikationsverfahren eröffnet, die den US-Konzern zur Öffnung seiner Plattformen zwingen sollen. Konkurrenten sollen künftig denselben Zugang zu Googles Suchdaten und dem Android-Betriebssystem erhalten wie die hauseigenen Dienste Google Search und Gemini.
Gleiche Bedingungen für KI-Anbieter
"Die heutigen Verfahren werden Google Leitlinien an die Hand geben, um sicherzustellen, dass Online-Suchmaschinen und KI-Anbieter von Drittanbietern denselben Zugang erhalten wie Googles eigene Dienste", erklärte EU-Technologiechefin Henna Virkkunen. Das erste Verfahren regelt, wie Google KI-Dienstleistern Zugang zu denselben Funktionen gewähren muss, die auch Gemini nutzt. Das zweite Verfahren betrifft den Zugriff auf anonymisierte Ranking-, Suchanfragen-, Klick- und Ansichtsdaten von Google Search.
Google sieht Privatsphäre in Gefahr
Google reagierte mit deutlicher Kritik auf die Pläne. "Android ist von Grund auf offen konzipiert, und wir lizenzieren bereits Suchdaten an Wettbewerber im Rahmen des DMA", betonte Clare Kelly, Googles Leitende Wettbewerbsrechtsberaterin. Sie warnte jedoch, dass weitere Regulierungen "die Privatsphäre, die Sicherheit und die Innovation der Nutzer gefährden werden". Der Konzern vermutet, dass die Maßnahmen eher durch Beschwerden von Konkurrenten als durch Verbraucherinteressen motiviert seien.
EU will faire Wettbewerbsbedingungen schaffen
Die EU-Kartellchefin Teresa Ribera verteidigte das Vorgehen: "Wir wollen das Potenzial dieses tiefgreifenden technologischen Wandels maximieren, indem wir sicherstellen, dass die Wettbewerbsbedingungen offen und fair sind." Die Kommission strebt an, beide Verfahren innerhalb von sechs Monaten abzuschließen. Der Datenzugang soll zu fairen, angemessenen und nicht diskriminierenden Bedingungen erfolgen.
Präzedenzfall Apple
Google ist nicht der erste Tech-Konzern, der von der EU zur Öffnung gezwungen wird. Apple erhielt bereits vor zwei Jahren ähnliche Leitlinien, wie es sein geschlossenes Ökosystem für Konkurrenten zugänglich machen sollte. Die Maßnahmen sind Teil der EU-Strategie, die Marktmacht der großen Technologiekonzerne einzudämmen und den Wettbewerb im digitalen Sektor zu fördern.
