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Goldman Sachs senkt Ölpreisprognosen wegen Iran-Waffenstillstand deutlich

Nach einer US-iranischen Waffenstillstandseinigung revidiert Goldman Sachs seine Brent- und WTI-Prognosen für 2026 spürbar nach unten.

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Goldman Sachs senkt Ölpreisprognosen wegen Iran-Waffenstillstand deutlich

Goldman Sachs hat am späten Mittwoch seine Ölpreisprognosen für das zweite Quartal 2026 deutlich gesenkt. Die US-Investmentbank prognostiziert für die Nordseesorte Brent nun einen Durchschnittspreis von 90 US-Dollar pro Barrel – zuvor waren es noch 99 Dollar. Für das US-Rohöl der Sorte WTI (West Texas Intermediate) erwartet Goldman Sachs künftig 87 Dollar statt bisher 91 Dollar pro Barrel.

Auslöser der Prognoserevision ist eine diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand. US-Präsident Donald Trump hatte diesem Waffenstillstand zugestimmt, was Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus geweckt hatte. Diese strategisch bedeutende Meerenge am Persischen Golf ist eine der wichtigsten Durchfahrtsrouten für globale Öllieferungen.

„Angesichts der Verringerung der Risikoprämie am vorderen Ende der Kurve und der bereits leicht ansteigenden Ölflüsse durch die Straße von Hormus senken wir unsere Prognose für das zweite Quartal für Brent/WTI leicht ab", erklärte Goldman Sachs in einer Mitteilung. Die Brent-Preise waren in der betreffenden Woche bereits um über 11 Prozent gefallen – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark die Märkte auf die geopolitische Entspannung reagiert hatten.

Markt bleibt nervös – Zweifel am Waffenstillstand

Am Donnerstag erholten sich die Ölpreise jedoch wieder. Grund dafür waren Sorgen, dass die Lieferungen aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten nicht vollständig wieder aufgenommen werden könnten. Zweifel am Fortbestand des Waffenstillstands und die weiterhin eingeschränkte Durchfahrt durch die Straße von Hormus belasteten die Marktstimmung erneut.

Goldman Sachs beließ seine Prognosen für die zweite Jahreshälfte 2026 unverändert. Für das dritte Quartal erwartet die Bank 82 Dollar für Brent und 77 Dollar für WTI. Im vierten Quartal sollen es 80 Dollar für Brent und 75 Dollar für WTI sein. Die Bank betonte dabei, dass die Risiken für ihre Preisprognosen weiterhin nach oben gerichtet seien – insbesondere angesichts des Potenzials für länger anhaltende Störungen und beständigere Produktionsausfälle.

Extremszenario: Brent könnte auf 115 Dollar steigen

Für den Fall, dass der Waffenstillstand nicht hält, hat Goldman Sachs auch ein Extremszenario berechnet. Sollte es zu anhaltenden Produktionsausfällen im Nahen Osten von rund 2 Millionen Barrel pro Tag kommen, könnte Brent im vierten Quartal 2026 im Durchschnitt näher bei 115 Dollar pro Barrel liegen. Dieses Szenario verdeutlicht, wie fragil die aktuelle geopolitische Lage bleibt und wie stark der Ölmarkt von der Stabilität in der Region abhängt.

Neben den Ölprognosen senkte Goldman Sachs auch seine Erwartungen für den europäischen Referenzgaspreis TTF. Für das zweite Quartal 2026 erwartet die Bank nun 50 Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh) statt bisher 70 EUR/MWh. Grundlage dieser Anpassung ist die Annahme einer schrittweisen Normalisierung der LNG-Flüsse (Flüssigerdgas) durch die Straße von Hormus ab Mitte April. Sollten sich die LNG-Flüsse jedoch erheblich verzögern oder die Produktionsinfrastruktur beschädigt werden, dürften die Gaspreise laut Goldman Sachs über 75 EUR/MWh steigen.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher sind beide Prognosen von Bedeutung: Der TTF-Gaspreis gilt als wichtiger Referenzwert für die europäischen Energiemärkte und beeinflusst direkt die Strom- und Heizkosten. Die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus bleiben damit ein zentraler Faktor für die Energieversorgungssicherheit in Europa.

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