Goldman Sachs senkt Japans Wachstumsprognose wegen steigender Rohstoffpreise
Die Investmentbank revidiert ihre BIP-Prognosen für 2026 und 2027 deutlich nach unten.

Goldman Sachs hat seine Wachstumsprognosen für Japan gesenkt und begründet dies mit höheren Rohstoffpreisen, die die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt belasten. Für 2026 reduzierte die US-Investmentbank ihre Prognose für das reale BIP-Wachstum um 0,3 Prozentpunkte auf nur noch 0,5 Prozent. Die Prognose für 2027 wurde um 0,1 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert.
Trotz der Absenkung erwartet Goldman Sachs im Basisszenario ein positives Wirtschaftswachstum für Japan. Als stützende Faktoren nennt die Bank das anhaltende Lohnwachstum sowie solide Unternehmensgewinne, die durch den sich verschärfenden Arbeitskräftemangel begünstigt werden. Dieser strukturelle Rückenwind soll die negativen Effekte der Rohstoffpreisentwicklung teilweise abfedern.
Inflation steigt, Reallöhne bleiben begrenzt
Gleichzeitig hob Goldman Sachs seine Prognose für den japanischen Kern-Verbraucherpreisindex (Kern-VPI) für 2026 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent im Jahresvergleich an. Das entspricht einem Anstieg von 0,4 Prozentpunkten gegenüber der Prognose vor dem jüngsten Ölpreisanstieg. Die japanische Regierung hat jedoch erneut eine Preisobergrenze für Benzin und andere Kraftstoffe eingeführt, was den Inflationsanstieg laut Goldman Sachs begrenzt.
Für 2026 prognostiziert die Bank einen weiteren stetigen Lohnanstieg in Japan. Das Reallohnwachstum soll zwar positiv bleiben, jedoch auf etwa 0,5 Prozent begrenzt sein – ein moderates Niveau, das den Konsum stützt, aber keine starken Impulse liefert.
Bank of Japan hält an Zinserhöhung im Juli fest
Goldman Sachs bekräftigte seine Einschätzung, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze im Juli anheben wird. Die Analysten sehen im positiven Wirtschaftswachstum einen klaren Beleg für diesen Zeitplan. Zudem habe die Analyse keinen direkten Einfluss der Rohölpreise auf die mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen ergeben, was den Juli-Termin weiter stütze.
In einem stark belastenden Szenario für die Ölpreise sieht Goldman Sachs jedoch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die japanische Wirtschaft um die Jahresmitte vorübergehend in negatives Wachstum abrutscht. In diesem Fall würde die erwartete Zinserhöhung von Juli auf die zweite Jahreshälfte verschoben – mit der Folge, dass 2026 insgesamt nur eine einzige Anhebung durch die BoJ zu erwarten wäre.
