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GM-Absatz sinkt 5,5 Prozent, Toyota profitiert vom Hybridboom

General Motors verkaufte im dritten Quartal 5,5 Prozent weniger Fahrzeuge, während Toyota mit Hybrid- und Elektromodellen aufholt.

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GM-Absatz sinkt 5,5 Prozent, Toyota profitiert vom Hybridboom

General Motors hat am Donnerstag Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, die einen spürbaren Dämpfer für den größten US-Autobauer bedeuten. Der Absatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent zurück, insgesamt wurden 670.974 neue Fahrzeuge verkauft. Besonders stark fielen die Rückgänge im Elektrosegment aus, in dem GM im Vorjahr noch Rekordwerte erzielt hatte.

Deutlich besser lief es für Toyota. Der japanische Hersteller steigerte seine US-Verkäufe im jüngsten Quartal um 0,6 Prozent auf 633.223 Fahrzeuge. Elektro- und Hybridfahrzeuge machten dabei mehr als 57 Prozent der Verkäufe aus. Damit verringerte sich der Abstand zum Marktführer GM auf weniger als 136.000 Einheiten – im Vorjahr hatte er noch rund 335.000 Einheiten betragen.

Die Zahlen fallen in ein Umfeld, in dem sich der US-Automarkt insgesamt robuster zeigt als erwartet. Cox Automotive hob seine Prognose für das Jahr 2026 um rund 2 Prozent auf 16,1 Millionen Einheiten an. Zugleich erwarten die Marktbeobachter, dass Hybridfahrzeuge einen wachsenden Anteil am Fahrzeugabsatz gewinnen, weil hohe Benzinkurse die Verbraucher unter Druck setzen.

Die Details: Elektro-Einbruch und Hybrid-Lücke

GM verzeichnete im dritten Quartal einen breiten Rückgang bei seinen Elektrofahrzeugen. Der Equinox EV kam auf 1.905 verkaufte Fahrzeuge und lag damit um 92,4 Prozent unter dem Vorjahr. Der Blazer EV ging um 84,4 Prozent zurück, der Hummer EV um 72,9 Prozent. Insgesamt sank der Absatz aller Elektrofahrzeuge des Konzerns.

Der Grund für den starken Vorjahreswert liegt in der damaligen Nachfrage: Vor dem Auslaufen der Bundeszuschüsse von bis zu 7.500 Dollar für den Kauf eines Elektrofahrzeugs durch die Trump-Administration war die Nachfrage nach E-Autos im vergangenen Jahr stark angestiegen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres verbuchte GM Rekordabsätze bei seinen Elektrofahrzeugen.

Auf der anderen Seite steht ein Angebot, das nur ein einziges Hybridmodell umfasst: den Corvette. Obwohl GM ein breites Elektro-Portfolio anbietet, fehlen dem Hersteller aus Detroit damit Fahrzeuge in genau jenem Segment, das derzeit wächst. Experten gehen davon aus, dass die Schwäche von GM in diesem Bereich die Gesamtverkäufe beeinflussen wird. Hybridfahrzeuge halfen anderen Herstellern, im dritten Quartal bessere Verkaufszahlen als GM zu erzielen.

Toyota profitierte dabei besonders deutlich: Der Absatz seiner elektrifizierten Fahrzeuge, darunter Hybride, erhöhte sich um 28,5 Prozent auf 363.367 Einheiten. Honda Motor, das ebenfalls mehrere Hybridmodelle anbietet und in den USA bei der Kraftstoffeffizienz unter den großen Automobilherstellern führt, meldete einen Anstieg der US-Verkäufe um 9,3 Prozent. Der Absatz von Hybridfahrzeugen erreichte mit mehr als 106.000 Einheiten einen neuen Höchststand.

Hohe Kraftstoffpreise dürften sich auch negativ auf den Absatz großer Pick-ups und SUVs auswirken – Bereiche, auf die GM stark angewiesen ist. Laut AAA lag der nationale Durchschnittspreis bei 4,41 Dollar. Der Absatz der Full-Size-Pickups von GM blieb allerdings relativ stabil. Bislang sind alle Marken des Herstellers im laufenden Jahr rückläufig, angeführt von einem Rückgang von Cadillac um 25 Prozent.

Ein Lichtblick bleiben die preisgünstigeren Fahrzeuge des Konzerns, während die Verbraucher mit hoher Inflation konfrontiert sind. Der Chevrolet Trailblazer legte im dritten Quartal um 51 Prozent zu, der Buick Envista um 18,4 Prozent und der Chevrolet Trax um 16,3 Prozent. GM betonte zudem, dass der Absatz von Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren im Vergleich zum Vorjahr annähernd auf gleichem Niveau lag.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuellen Zahlen setzen eine Entwicklung fort, die aktien.news bereits mehrfach beschrieben hat. Bereits am 21.07.2026 berichtete aktien.news, dass General Motors seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hat – trotz sinkender Absatzzahlen auf dem wichtigen US-Heimatmarkt. Die Strategie dahinter war klar: weniger, aber profitablere Fahrzeuge verkaufen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um knapp 2 Prozent, obwohl die Zahl der in den USA verkauften Fahrzeuge im gleichen Zeitraum um 7 Prozent zurückging.

Ebenfalls am 21.07.2026 meldete aktien.news, dass GM im zweiten Quartal ein deutliches Gewinnwachstum erzielte und die Jahresprognose nach oben korrigierte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) kletterte um 30 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar, der Umsatz legte um zwei Prozent auf 48 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn fiel dagegen schwächer aus – unter anderem wegen Umbaukosten im Zusammenhang mit der Elektroauto-Produktion.

Am 23.09.2026 berichtete aktien.news, dass GM angesichts des weltweiten Hybrid-Booms für Verwunderung sorgt, weil der Konzern stattdessen neue leistungsstarke V8-Motoren präsentiert. Der Bericht ordnete dies als durchdachte Strategie ein: Die Renditen von GM hätten die der Wettbewerber in den vergangenen drei Jahren weit übertroffen.

Bereits am 27.01.2026 hatte aktien.news gemeldet, dass GM im vierten Quartal 2025 einen Nettoverlust von 3,3 Milliarden Dollar verbuchte. Grund waren Abschreibungen von 7,2 Milliarden Dollar, die größtenteils mit dem schwächelnden Elektrofahrzeuggeschäft zusammenhingen. Das bereinigte Betriebsergebnis erreichte 2,8 Milliarden Dollar und lag über den Analystenschätzungen von 2,75 Milliarden Dollar laut FactSet.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger zeigt der Quartalsvergleich vor allem eines: Die Dynamik im US-Automarkt verschiebt sich derzeit in Richtung Hybridtechnik, und GM ist dort mit nur einem einzigen Modell aufgestellt. Der Konzern kompensiert die Volumenschwäche bislang teilweise über margenstarke Segmente sowie über günstigere Modelle, die bei hoher Inflation gefragt sind – ein Muster, das auch in den früheren Quartalsberichten sichtbar wurde.

Beobachten sollten Anleger den Abstand zu Toyota. Cox Automotive hatte bereits zu Beginn dieses Jahres erklärt, dass Toyota GM in den kommenden Jahren wieder überholen könnte, um erneut US-Marktführer zu werden – vorausgesetzt, die Verkaufstrends halten an. Dieser Abstand ist zuletzt von rund 335.000 auf weniger als 136.000 Einheiten geschrumpft. Ein Kauf- oder Verkaufsappell lässt sich daraus nicht ableiten; die Zahlen liefern lediglich eine Momentaufnahme des Wettbewerbs.

Ausblick

GM hatte im vergangenen Monat weitere Details zu seinen neuen V-8-Motoren für die Pick-up-Modelle bekanntgegeben, um die Führungsposition im Truck-Geschäft zu behaupten. Duncan Aldred, Präsident von GM North America, zeigte sich trotz der rückläufigen Absatzzahlen optimistisch. Cox Automotive erwartet für 2026 einen US-Absatz von 16,1 Millionen Einheiten und einen wachsenden Anteil von Hybridfahrzeugen. Weitere Automobilhersteller hatten am Donnerstag ihre US-Verkaufszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht.

Kurz erklärt

  • Hybridfahrzeug: Fahrzeug mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektroantrieb, das je nach Fahrsituation beide Antriebsarten nutzt.
  • Elektrifizierte Fahrzeuge: Sammelbegriff für Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsanteil, dazu zählen Hybride und reine Elektroautos.
  • Bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit): Gewinnkennzahl vor Zinsen und Steuern, die Sondereffekte ausklammert.
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