Europas Luxushersteller setzen auf übergroße SUVs für den US-Markt
BMW, Audi und Volvo wollen mit einer neuen Generation großer Luxus-SUVs ihre Verkaufszahlen in den USA ankurbeln.
Europäische Luxusautohersteller rüsten sich für einen neuen Angriff auf den amerikanischen Markt. BMW, Audi und Volvo Cars planen einer aktuellen Mitteilung zufolge, mit einer neuen Generation von übergroßen Luxus-SUVs ihre Verkaufszahlen in den USA wieder anzukurbeln. Die Strategie zielt auf ein Segment, in dem amerikanische Käufer traditionell besonders große und geräumige Fahrzeuge bevorzugen.
BMW will nach eigenen Angaben, die das Unternehmen seinen Anlegern diese Woche in München mitteilte, speziell für den US-Markt einen übergroßen Sport Utility Vehicle (SUV) entwickeln. Damit reagiert der Münchner Konzern auf die anhaltende Nachfrage nach großvolumigen Modellen jenseits des Atlantiks. Die Aktie des Unternehmens notierte zuletzt mit einem Minus von 0,58 Prozent.
Auch Volvo Cars hat angekündigt, in den USA ein größeres SUV einzuführen. Das Vorhaben ist Teil eines umfassenden Portfolio-Refreshes, mit dem die schwedische Marke ihr Modellangebot neu aufstellen will. Der Schritt unterstreicht, wie wichtig der US-Markt für die europäischen Hersteller bleibt. Die Volvo-Aktie gab im Handel deutlich nach und verlor 5,42 Prozent.
Audi präsentiert Q9 in New York
Audi hat jüngst den Q9 vorgestellt, sein erstes Full-Size-SUV. Die Präsentation fand auf dem Dach eines Hotels in New York statt – ein ungewöhnlicher Schauplatz, der die Bedeutung des amerikanischen Marktes für die Ingolstädter Marke unterstreichen dürfte. Mit dem Q9 betritt Audi das Segment der vollwertigen großen SUVs, in dem bislang vor allem amerikanische Anbieter stark vertreten sind.
Die drei Ankündigungen fallen zeitlich eng zusammen und deuten auf einen gemeinsamen Trend hin: Europas Premiumhersteller versuchen, mit größeren Fahrzeugen verlorenes Terrain in den USA zurückzugewinnen. Große SUVs gelten in Nordamerika als margenstarke und imageprägende Modelle, die für viele Käufer einen zentralen Stellenwert haben.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern relevant, als der US-Markt für BMW, Audi und Volvo traditionell eine wichtige Absatzregion darstellt. Die Kursreaktionen zeigen jedoch, dass der Markt die Ankündigungen unterschiedlich aufnimmt: Während BMW nur moderat nachgab, verzeichnete Volvo einen spürbaren Rückgang.
Ob die neuen Modelle die erhoffte Belebung bringen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Fahrzeuge auf den Markt kommen und wie sie bei den amerikanischen Kunden ankommen. Klar ist: Die europäischen Hersteller setzen auf Größe als Antwort auf die spezifischen Vorlieben des US-Publikums. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob diese Strategie aufgeht.
