GLP plant Börsengang in Hongkong mit 20-Milliarden-Dollar-Bewertung
Der globale Logistikkonzern GLP erwägt eine Rückkehr an die Börse – diesmal in Hongkong.

Der Logistik- und Infrastrukturinvestor GLP peilt bei einem geplanten Börsengang (IPO) in Hongkong eine Bewertung von rund 20 Milliarden US-Dollar an. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Als Berater für das potenzielle Angebot wurden die US-Banken Citi und Morgan Stanley hinzugezogen.
Umfang und Zeitplan des Börsengangs sind laut den Insidern noch nicht endgültig festgelegt. Gemäß den Regeln der Hongkonger Börse (HKEX) müssen Large-Cap-Unternehmen beim IPO in der Regel mindestens 15 Prozent ihrer Aktien in den Streubesitz bringen. GLP, Citi und Morgan Stanley lehnten eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab.
Rückkehr an die öffentlichen Märkte
Für GLP wäre ein Listing in Hongkong die Rückkehr auf das Parkett der öffentlichen Märkte. Das Unternehmen war 2017 durch eine Investorengruppe unter Führung von CEO Ming Mei in einem Deal im Wert von 16 Milliarden Singapur-Dollar (umgerechnet rund 12,6 Milliarden US-Dollar) von der Singapurer Börse genommen worden. Zu den damaligen Investoren zählten Hopu Investment, Hillhouse Capital, der Investmentarm der Bank of China sowie die Ping An Insurance Group.
GLP bezeichnet sich selbst als globalen thematischen Investor mit Schwerpunkt auf Logistikimmobilien, digitaler Infrastruktur, erneuerbaren Energien und verwandten Technologien. Das Unternehmen verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen (Assets under Management) von mehr als 80 Milliarden US-Dollar in den Bereichen Sachwerte und Private Equity.
In den vergangenen Jahren hat GLP seine Kapitalbasis gezielt gestärkt. Im August stimmte eine Tochtergesellschaft der Abu Dhabi Investment Authority zu, bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar in GLP zu investieren. Im März 2025 verkaufte GLP seine Tochtergesellschaft GCP International an den US-Vermögensverwalter Ares Management – der Deal umfasste eine Sofortzahlung von 3,7 Milliarden Dollar sowie eine potenzielle Earn-out-Zahlung von bis zu 1,5 Milliarden Dollar.
Hongkong als IPO-Hotspot 2026
Ein erfolgreicher Börsengang würde den revitalisierten Hongkonger Kapitalmarkt weiter stärken. Nachdem Hongkong im vergangenen Jahr weltweit den ersten Platz bei der Kapitalbeschaffung durch Börsengänge belegt hatte, startete die Stadt stark in das Jahr 2026. Laut Daten von HKEX und LSEG wurden im Januar rund 5,5 Milliarden US-Dollar durch IPOs und Zweitnotierungen eingenommen – der stärkste Jahresauftakt seit 2021.
Besonders bemerkenswert: Ein GLP-IPO würde sich von der übrigen Pipeline abheben, die bislang von chinesischen Festlandunternehmen dominiert wird. GLP hat seinen Sitz in Singapur und agiert als internationaler Konzern, was das Interesse institutioneller Investoren aus Europa und Nordamerika wecken dürfte.
