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Glencore steigert Halbjahresgewinn um 86 Prozent auf 10 Milliarden Dollar

Der Rohstoffriese profitiert von höheren Rohstoffpreisen, einem starken Handelsumfeld und geopolitischer Marktvolatilität.

• 3 Min
Glencore steigert Halbjahresgewinn um 86 Prozent auf 10 Milliarden Dollar

Der diversifizierte Bergbau- und Rohstoffhandelskonzern Glencore hat für das erste Halbjahr 2026 außergewöhnlich starke Ergebnisse vorgelegt. Das bereinigte Ebitda der Gruppe stieg um 86% auf 10,1 Milliarden US-Dollar. Der den Anteilseignern zuzurechnende Reingewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 5 Milliarden US-Dollar auf 4,4 Milliarden US-Dollar.

Treiber dieser Entwicklung waren deutlich höhere Durchschnittspreise für die Kernrohstoffe sowie ein günstiges Handelsumfeld. Das an den Börsen in London und Johannesburg (JSE) gelistete Unternehmen profitierte dabei insbesondere von der Neubewertung der Energiemärkte infolge der Eskalation des Nahostkonflikts. CEO Gary Nagle beschreibt die Lage so: „Was das Jahr als ein relativ gut versorgter Energiekomplex begann, verlagerte sich schnell hin zu einem Fokus auf Versorgungssicherheit und den Zugang zu physischen Rohstoffen."

Laut Nagle führten Engpässe bei Öl, raffinierten Produkten, LNG und Frachtkapazitäten zu erhöhter Volatilität auf den globalen Energie- und anderen Märkten. Glencore konnte diese Situation zu seinem Vorteil nutzen. „Dieses Umfeld unterstreicht weiterhin den Wert der Marketing-, Logistik- und Risikomanagement-Fähigkeiten der Gruppe, die es uns ermöglichen, wichtige Energie- und Metallprodukte effizient zu beschaffen, zu transportieren und an Kunden weltweit zu liefern", betonte Nagle.

Starkes Marketing- und Industriesegment

Besonders beeindruckend entwickelte sich das Marketinggeschäft: Das bereinigte Ebit im Bereich Marketing belief sich auf 3,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 142% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieses Ergebnis unterstreicht die Widerstandsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens angesichts erhöhter geopolitischer Unsicherheit.

Das Industriesegment trug ein bereinigtes Ebitda von 6,5 Milliarden US-Dollar bei, was einem Anstieg von 72% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die bereinigten Ebitda-Bergbau-Margen lagen bei 52% für Kupfer, 38% für Kokskohle und 19% für Energiekohle. Diese Vorteile wurden teilweise durch einen schwächeren US-Dollar und höhere Betriebskosten ausgeglichen, die durch Lieferkettenunterbrechungen infolge des Nahostkonflikts verschärft wurden.

Die gestiegenen Betriebskosten betrafen insbesondere die Verfügbarkeit und Preisgestaltung wichtiger Einsatzstoffe wie Diesel, Schwefel und Schwefelsäure – und gingen damit über normale Inflationserwägungen hinaus. Trotz dieser Belastungen blieb die operative Leistung im gesamten Portfolio solide.

Kupferproduktion und Ausblick auf 2026

Glencore blickt zuversichtlich in die Zukunft. CEO Nagle bekräftigte das Ziel, bis Ende 2028 ein Kupferproduktionsvolumen von annualisiert einer Million Tonnen zu erreichen und bis 2035 auf 1,6 Millionen Tonnen zu wachsen. Beim Projekt Alumbrera läuft es sogar besser als geplant: Die erste Produktion wird nun bereits für das zweite Halbjahr 2027 erwartet – früher als die ursprünglich prognostizierte erste Jahreshälfte 2028.

Basierend auf aktuellen Rohstoffpreisen und einer erwarteten Volumensteigerung im zweiten Halbjahr – insbesondere bei Kokskohle – rechnet Glencore für den Rest des Jahres 2026 mit weiterhin starker Cash-Generierung. Für das Gesamtjahr 2026 wurde ein illustratives bereinigtes Ebitda von rund 19,7 Milliarden US-Dollar berechnet.

Geplante Zweitnotierung an der australischen Börse ASX

Ein weiterer strategischer Schritt: Glencore hat angekündigt, eine Zweitnotierung an der australischen Börse ASX zu beantragen und strebt die Zulassung für Oktober 2026 an. Nagle sieht darin keine Konkurrenz zur bestehenden JSE-Notierung in Südafrika, sondern eine Ergänzung. „Das JSE-Listing war für uns ein herausragender Erfolg. Südafrika war für uns der Wegbereiter und hat hervorragende Arbeit geleistet. Wir haben dort 8% unseres Registers, was dem Gegenwert von zehn Milliarden Australischen Dollar entspricht", erklärte Nagle.

Der Konzernchef zeigte sich überzeugt, dass eine ähnliche Nachfrage auch in Australien erschlossen werden kann – ohne dass dies auf Kosten der südafrikanischen Notierung gehe. Für Anleger bedeutet das ASX-Listing eine weitere Möglichkeit, in den globalen Rohstoffriesen zu investieren.

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