Gewinneinbruch und Stellenabbau bei Volkswagen
Werksschließungen und Konkurrenzdruck aus China verschärfen die Krise

Der Volkswagen-Konzern hat im dritten Quartal einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die Gewinne gingen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 64 Prozent zurück und sanken nach Steuern auf 1,58 Milliarden Euro. Neben einem Rückgang der Fahrzeugverkäufe weltweit belasten auch der eingeleitete Kapazitäts- und Stellenabbau die Geschäftsergebnisse des Autobauers erheblich. Insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Markt verzeichnet Volkswagen eine deutliche Abnahme, da das Unternehmen zu wenig Elektroautos im Angebot hat. Die Kunden in China bevorzugen zunehmend Elektroautos von einheimischen Herstellern, wodurch die Nachfrage nach herkömmlichen Verbrennerfahrzeugen stark zurückgeht. Für Volkswagen, der lange als Vorreiter in diesem Segment galt, stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar.
Der Absatz von Fahrzeugen ging weltweit um sieben Prozent auf knapp 2,2 Millionen zurück. Die Umsätze blieben knapp unter dem Niveau des Vorjahres, und die Gewinnmarge reduzierte sich auf 3,6 Prozent, was einem Rückgang um etwa zweieinhalb Prozentpunkte entspricht. Neben der starken Konkurrenz auf dem chinesischen Markt sieht sich Volkswagen zudem mit hohen Produktionskosten in Deutschland konfrontiert. Diese Kombination aus sinkender Nachfrage und hohen Kosten trägt maßgeblich zu der angespannten finanziellen Lage des Konzerns bei.
Als Reaktion auf die Krise plant Volkswagen, mehrere Werke in Deutschland zu schließen, was in der Geschichte des Konzerns ein Novum darstellt. Der Betriebsrat gibt an, dass mindestens drei Werke auf der Kippe stehen, was potenziell tausende Arbeitsplätze betreffen könnte. Für die Beschäftigten stellt dies eine große Bedrohung dar, und der Betriebsrat fordert Alternativen zu diesen drastischen Maßnahmen. Ministerpräsident Stephan Weil aus Niedersachsen hat sich ebenfalls für alternative Lösungen ausgesprochen und verlangt ein umfassenderes Konzept, das über reine Kosteneinsparungen hinausgeht.
Heute treffen sich Vertreter des Unternehmens und der Gewerkschaft IG Metall zur nächsten Verhandlungsrunde, um über den VW-Haustarif und mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Die Gewerkschaft zeigt sich besorgt über die angedachten Werksschließungen und den umfassenden Stellenabbau, der mit deutlichen Gehaltseinbußen verbunden sein könnte. Die Arbeitnehmervertreter haben bereits Widerstand angekündigt und fordern ein Konzept, das nicht nur auf die Reduzierung der Arbeits- und Fabrikkosten abzielt. Ein Lichtblick für Volkswagen stellt jedoch die positive Entwicklung der Auftragseingänge in Westeuropa dar, die dem Konzern im vierten Quartal voraussichtlich etwas Stabilität verschaffen könnte.
