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Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin startet

Monatelange Vollsperrung, höhere Kosten und Kritik an Effizienz der Maßnahmen

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Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin startet

Die Deutsche Bahn plant ab August eine umfangreiche Generalsanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Im Zuge dieser Maßnahme sollen 180 Kilometer neue Gleise sowie fast 200 neue Weichen verlegt werden. Für die Dauer von neun Monaten wird die direkte Verbindung zwischen den beiden größten deutschen Städten vollständig unterbrochen. Reisende müssen auf eine Ausweichroute über Uelzen und Salzwedel ausweichen, was die Fahrtzeit um etwa 45 Minuten verlängert.

Diese Baustelle ist Teil eines groß angelegten Infrastrukturprogramms, das bereits mit der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt am Main begonnen wurde. Nach Abschluss dieses Projekts folgt nun der nächste Abschnitt, gefolgt von insgesamt 40 weiteren Korridoren, die jeweils komplett gesperrt werden. Die Kosten dieser Maßnahmen belaufen sich oft auf Milliardenbeträge, was zunehmend kritische Stimmen hervorruft. Experten der Union äußern Zweifel an der Effizienz der bisherigen Sanierungen. CSU-Verkehrspolitiker Ulrich Lange bemängelte, dass bei der Riedbahn nicht alle versprochenen Arbeiten durchgeführt wurden, etwa an Brücken. Michael Donth von der CDU stellt zudem den Kosten-Nutzen-Ertrag infrage. Die endgültige Abrechnung der Riedbahnsanierung steht noch aus und soll erst nach der Bundestagswahl vorgelegt werden.

Bahnexperte Christian Böttger von der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin kritisiert, dass die Bahn die bisherigen Erfolge der Generalsanierungen möglicherweise zu optimistisch darstellt. Er verweist auf die höheren Baukosten aufgrund der vollständigen Streckensperrungen, da Bauunternehmen in solchen Fällen oft eine stärkere Verhandlungsposition einnehmen. Zudem könnten sich unterschiedliche Gewerke bei gebündelten Bauarbeiten gegenseitig behindern. Böttger fordert eine differenzierte Bewertung, ob die langfristigen Vorteile die kurzfristigen Mehrkosten rechtfertigen.

Die Deutsche Bahn hingegen betont die positiven Effekte der Generalsanierungen. Nach eigenen Angaben habe sich der Netzzustand deutlich verbessert, insbesondere bei der Leit- und Sicherungstechnik. Dennoch bleiben Unsicherheiten bestehen, ob diese Verbesserungen tatsächlich zu einer nachhaltig höheren Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs führen. Kritiker bemängeln zudem die mangelnde Transparenz bei der Bewertung der Maßnahmen. Der Grünen-Politiker Matthias Gastel kritisiert, dass wichtige Kennzahlen zu spät geliefert und schwer vergleichbar seien.

Zur Verbesserung der Kontrolle wurde die Infrastrukturtochter DB InfraGo gegründet, die künftig für mehr Transparenz sorgen soll. Verkehrsminister Volker Wissing hat kurz vor Weihnachten einen ersten Entwurf des sogenannten InfraPlans vorgelegt, der Vergleichszahlen und Berichte über Generalsanierungen enthalten soll. Allerdings bleiben zentrale Fragen zur Finanzierung offen, da der Bundeshaushalt voraussichtlich erst im Spätsommer verabschiedet wird. Bis dahin werden die Bauarbeiten zwischen Hamburg und Berlin voranschreiten.

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