Geiger Energy: Apollo-Bohrung trifft erneut auf 45 Meter Uranmineralisierung
Geiger Energy meldet die zweite Bohrung bei Apollo: 45 Meter erhöhte Radioaktivität, flacher als im Entdeckungsbohrloch.

Die kanadische Geiger Energy Corp. (TSXV: BEEP) (OTCQB: BSENF) meldet den Erfolg ihres zweiten Bohrlochs bei der Grassroots-Uranentdeckung Apollo. Das Projekt Aberdeen liegt im Thelon-Becken in Nunavut, Kanada. Bohrloch APL26-002 wurde als Schritt-aus von 100 Metern nach Südwesten vom Entdeckungsbohrloch angesetzt und traf erneut auf Uranmineralisation.
Das Bohrloch durchteufte 45 Meter erhöhte Radioaktivität, beginnend in etwa 40 Metern Tiefe. Damit liegt das Hauptintervall flacher als im Entdeckungsbohrloch, wie das Unternehmen in seiner Pressemitteilung vom 5. Oktober 2026 mitteilte. Für Geiger ist das ein wichtiges Signal: Es zeigt, dass sich das mineralisierte System zur Oberfläche hin erstreckt.
"Unser zweites Bohrloch bei Apollo hat genau das getan, was wir brauchten: Es traf erneut, es traf flacher und es zeigte, dass das System weitergeht", sagte Rebecca Hunter, Präsidentin und CEO von Geiger Energy. Sie betonte, dass Fox und Apollo zehn Kilometer voneinander entfernt auf derselben Störung liegen, die sich auf das Kiggavik-Projekt von Orano erstreckt. "Wir betrachten nicht länger isolierte Bohrlocher – wir beginnen, den Umriss eines neuen Uranbezirks zu erkennen."
Die Details
Das Bohrloch APL26-002 durchteufte eine Hauptzone erhöhter Radioaktivität von etwa 40 bis 85 Metern Tiefe (45 Meter). Die Messwerte innerhalb dieser Zone übersteigen weitgehend 70 cps, während der Hintergrund bei 40 bis 50 cps liegt. Zahlreiche Intervalle lagen über 100 cps, mit lokalen Messwerten von bis zu 180 cps im Bohrkerndruck.
Die unterirdische Sonde registrierte Zählraten von bis zu 402 cps, ungefähr das Achtfache des Sondenhintergrunds. Dieser Wert trat im am stärksten gebrochenen und tonveränderten Teil der Störung auf, wo die Kernrückgewinnung schlecht war. Die stärkste Radioaktivität fällt mit der Zone des Kernverlusts zusammen, sodass die Sonde Radioaktivität erfasst, die der zurückgewonnene Kern nicht vollständig widerspiegelt.
Sporadisch erhöhte Radioaktivität und starke Alteration bestehen bis in eine Tiefe von etwa 240 Metern. Jenseits von 240 Metern besteht moderate Alteration bis zum Ende des Bohrlochs bei 313 Metern. Die stärkste Radioaktivität tritt innerhalb intensiv tonveränderter und hämatitisierter, nicht-kohäsiver Brekzien auf, mit sporadischer bis weit verbreiteter Ausbleichung und rußigen Sulfiden. Erhöhtes Uran scheint mit schwach disseminierter Uranmineralisation innerhalb der hämatitisierten Brekzien und entlang ton-hämatit-veränderter Grenzflächen verbunden zu sein.
Diese Alteration überprägt eine ältere, quartzstockwerkreiche Störungszone, ähnlich derjenigen, die bei Fox beobachtet wurde, und wird als Teil der Andrew-Lake-Störungsstruktur interpretiert. APL26-002 traf damit auf dieselben alterierten Brekzien und dieselbe Andrew-Lake-Störungsstruktur, die auch bei Fox zu sehen ist und sich auf das Kiggavik-Projekt von Orano erstreckt. Apollo schließt sich nun Fox an, wo das dritte Bohrloch hochgradige Radioaktivität lieferte, als zwei wachsende Entdeckungen, die zehn Kilometer voneinander entfernt an der Andrew-Lake-Störung liegen. Beide waren zuvor ungetestete Ziele und lieferten Uranmineralisation in ihren ersten Bohrlochsequenzen.
Die Andrew-Lake-Störung erstreckt sich über rund 17 Kilometer durch das Aberdeen-Projekt, vorbei an Fox und Apollo. Nur eine der drei Gravitationsanomalien von Apollo wurde bislang gebohrt, während über Aberdeen verteilt mehr als 50 Ziele identifiziert sind.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 8. Juli 2026 berichtete aktien.news über ATHA Energy Corp., die mit der Entdeckung Lac 50 Northwest im zu 100 Prozent eigenen Uranprojekt Angilak in Nunavut vielversprechende Bohrergebnisse lieferte. Das zweite Bohrloch L50W-DD-002 durchteufte insgesamt 11,5 Meter zusammengesetzter Uranmineralisierung über fünf Zonen in Tiefen von 305,0 bis 479,9 Metern.
Am selben Tag meldete aktien.news starke Ergebnisse von IsoEnergy Ltd. aus dem Projekt Larocque East im östlichen Athabasca-Becken. Dort stieß Bohrloch LE26-250 auf 11.075 cps über 3,5 Meter. Am 29. September 2026 berichtete aktien.news, dass Stallion Uranium Corp. die Phase-II-Bohrungen am Coyote-Zielgebiet des Moonlite-Projekts wieder aufgenommen hat; von geplanten 6.750 Metern waren bereits rund 4.585 Meter abgeschlossen. Am 1. Oktober 2026 meldete aktien.news, dass Standard Uranium Ltd. die Bohraktivitäten am Flaggschiff-Projekt Davidson River abgeschlossen hat, wo 6.734 Meter über zwölf Diamantkernbohrungen in den Korridoren Warrior, Bronco und Thunderbird niedergebracht wurden.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Zwischenschritt. Wichtig zu wissen: Die Radioaktivitätsmesswerte in Zählungen pro Sekunde (cps) sind lediglich eine qualitative Indikation für das Vorhandensein radioaktiver Minerale. Sie ersetzen keine geochemischen Analysen und können nicht mit Uran-Gehalten korreliert werden. Konkrete Gehalte wird es erst mit den Analyseergebnissen geben.
Geiger Energy kontrolliert nach eigenen Angaben rund 338.000 Hektar im Athabasca-Becken in Saskatchewan und 95.519 Hektar im Thelon-Becken in Nunavut – zwei der weltweit prospektivsten Uranbezirke. Das Aberdeen-Projekt im Thelon-Becken ist das Flaggschiff des Unternehmens. Die Aktie ist in Kanada an der TSXV unter dem Ticker BEEP und in den USA am OTCQB unter BSENF gelistet.
Zum Kontext nennt Geiger die historische Schätzung des Kiggavik-Projekts von Orano. Sie umfasst rund 127,3 Millionen Pfund U₃O₈ in der Kategorie Indiziert und rund 5,4 Millionen Pfund U₃O₈ in der Kategorie Vermutet. Geiger hat diese Schätzung jedoch nicht unabhängig überprüft und behandelt sie nicht als aktuelle Mineralressourcen oder Mineralreserven. Eine qualifizierte Person hat nach Angaben des Unternehmens nicht genügend Arbeit geleistet, um die historische Schätzung als aktuelle Ressourcen zu klassifizieren. Mineralisation am Kiggavik-Projekt ist nicht unbedingt indikativ für Mineralisation am Aberdeen-Projekt von Geiger.
Ausblick
Die Analyseergebnisse von Fox und Apollo werden voraussichtlich später in diesem Jahr erwartet. Das nächste Bohrprogramm ist für Anfang Juni 2027 geplant. Die nächste Explorationsphase soll die Größe der Systeme Apollo und Fox definieren, einschließlich Bohrungen in das Liegende der Störung bei Apollo.
Zusätzlich will Geiger die beiden ungebohrten Gravitationsanomalien von Apollo sowie weitere Ziele entlang der Andrew-Lake-Störung und über Aberdeen hinweg testen. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, nachzuweisen, dass das Thelon das führende Uranbecken ist: Es ist weniger erforscht, flacher und kostengünstiger Ziel für Ziel zu testen. Das Kiggavik-Asset von Orano hat das Becken bereits validiert.
Kurz erklärt
- cps (Zählungen pro Sekunde): Maßeinheit für die von einem Strahlungsmessgerät erfasste natürliche Radioaktivität.
- Schritt-aus (Step-out): Ein Bohrloch in einigem Abstand zu einem bestehenden Bohrloch, das die Ausdehnung einer Mineralisierung prüfen soll.
- Alteration: Gesteinsveränderung durch chemische Reaktionen mit heißen Lösungen, häufig ein Hinweis auf mineralisierende Systeme.
