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Gatwick erhält zweite Landebahn bis 2029

Regierung verspricht mehr Flüge und Jobs, Kritiker warnen vor Umweltfolgen

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Gatwick erhält zweite Landebahn bis 2029

Die britische Regierung hat den Weg für eine umfassende Erweiterung des Flughafens London-Gatwick freigemacht. Der zweitgrößte Flughafen des Landes soll bis 2029 eine zweite Start- und Landebahn erhalten. Die Kosten für das Projekt belaufen sich nach Regierungsangaben auf 2,2 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro. Mit dem Ausbau sollen künftig 100.000 zusätzliche Flüge pro Jahr möglich werden. Gatwick, bisher mit nur einer Startbahn ausgestattet, zählt schon heute zu den am stärksten ausgelasteten Flughäfen in Europa. Im Jahr 2024 wurden dort rund 260.000 Flüge abgewickelt und 43 Millionen Passagiere gezählt.

Nach den Plänen der Regierung soll eine bislang als Reserve genutzte Bahn um zwölf Meter versetzt werden, um den regulären Betrieb zu ermöglichen. Zusätzlich sind bauliche Erweiterungen vorgesehen, um steigende Passagierzahlen zu bewältigen. Die Mittel für das Projekt sollen vollständig aus privater Hand bereitgestellt werden. Neben einer Stärkung von Handel und Tourismus erhofft sich die Regierung einen deutlichen Beschäftigungseffekt: Rund 14.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Unterstützung für den Ausbau kommt aus der Labour-Partei. Transportministerin Heidi Alexander bezeichnete die Maßnahme als „selbstverständlich“ und verwies auf die begrenzte Kapazität, die die wirtschaftliche Entwicklung bremse. Parteikollegen argumentierten, die Erweiterung sei längst überfällig. Kritiker hingegen warnen vor den Folgen für Umwelt und Klima. Zack Polanski, Parteichef der Grünen, sprach von einer „Katastrophe“ und befürchtet eine Schwächung der britischen Klimastrategie. Die Regierung verweist dagegen auf Fortschritte bei nachhaltigen Flugtreibstoffen, die nach ihrer Einschätzung sicherstellen sollen, dass Klimaziele trotz steigender Flugbewegungen eingehalten werden können.

Parallel dazu verfolgt die Regierung auch Pläne für eine Erweiterung des Londoner Flughafens Heathrow. Dort ist seit Jahren der Bau einer dritten Start- und Landebahn im Gespräch. Heathrow liegt nur 25 Kilometer von London entfernt und gilt mit rund 84 Millionen Passagieren im Jahr 2024 als größter Flughafen Europas. Wegen seiner Lage über dicht besiedelten Gebieten und anhaltender Kritik an Lärm- und Umweltbelastung ist das Vorhaben politisch besonders umstritten. Hinzu kommt die komplizierte bauliche Situation: Für die neue Bahn müsste unter anderem eine Autobahn verlegt werden. Die Kosten würden nach aktuellen Schätzungen bei umgerechnet 57 Milliarden Euro liegen.

Mit dem Ausbau verbindet die Regierung die Hoffnung auf eine grundlegende Entlastung des Luftverkehrs im Großraum London. Gleichzeitig erwartet sie in Heathrow mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze. Befürworter verweisen auf internationale Wettbewerbsfähigkeit, während Gegner vor den ökologischen und sozialen Belastungen warnen, die mit einer solchen Vergrößerung des Flughafens verbunden wären.

GatwickLuftverkehrSanierungGroßbritannien

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