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Galeria sucht neuen Eigentümer

Insolvenzverfahren und strategische Investorensuche im Fokus

2 Min
Galeria sucht neuen Eigentümer

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich in einer entscheidenden Phase ihrer Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen, das sich derzeit in einem Insolvenzverfahren befindet, sucht aktiv nach neuen Eigentümern. Der Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus hat einen konkreten Zeitplan für den Prozess der Investorensuche vorgelegt. Ziel ist es, bis zum Frühjahr Klarheit über die potenziellen Investoren zu gewinnen.

Denkhaus betont, dass vor allem Investoren angesprochen werden sollen, die ein operatives Interesse an Galeria haben. Das Hauptziel ist die Findung einer nachhaltigen Lösung für die Warenhauskette. Bereits geführte Gespräche und die Einbindung erfahrener Investmentbanken, darunter Houlihan Lokey und der Finanzberater Sigma, unterstreichen die Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens.

Die ersten, nicht verbindlichen Angebote sollen bereits bis zum 11. Februar vorliegen und ein ausführliches Geschäftskonzept beinhalten. Diese Angebote werden dann geprüft und bewertet, gefolgt von einer Phase zur Abgabe verbindlicher Angebote, die bis zum 8. März eingereicht werden sollen. Obwohl keine Namen oder die Anzahl der interessierten Investoren genannt wurden, gibt es in der Branche Spekulationen über mehrere prominente Käufer.

Denkhaus, der als vorläufiger Insolvenzverwalter für das Unternehmen mit über 15.000 Beschäftigten und 92 Filialen fungiert, sieht die Insolvenzen der Signa-Gruppe als konträr zur Entwicklung von Galeria und als Bedrohung für das Unternehmen. Das Ziel des Insolvenzverfahrens ist die Fortführung der Warenhauskette, idealerweise als Ganzes. Dies wird auch vom Management um Galeria-Chef Olivier van den Bossche bevorzugt. Van den Bossche betont, dass eine kritische Masse von Filialen für einen erfolgreichen Betrieb notwendig ist, die deutlich über dem oft genannten Kern von 30 Standorten liegt.

Nach der Insolvenzanmeldung zeigten bis zu acht mögliche Käufer Interesse an Galeria, wobei unklar bleibt, ob dieses Interesse der Übernahme der gesamten Kette oder nur von Teilen gilt. Experten wie Johannes Berentzen von der Handelsberatung BBE äußern sich skeptisch über einen möglichen Komplettverkauf. Viele Interessenten dürften sich eher für einzelne Häuser an attraktiven Standorten interessieren.

Das Düsseldorfer Investmenthaus Droege, bekannt durch die Verlagsgruppe Weltbild, soll Interesse an 30 Kaufhäusern gezeigt haben, was jedoch von einer Sprecherin dementiert wurde. Auch der frühere Galeria-Chef Stephan Fanderl und Bernd Beetz, ehemaliger Chef des US-Kosmetikkonzerns Coty, wurden als mögliche Interessenten genannt, wobei beide Seiten ein Interesse verneinten.

Die Liquidität von Galeria reicht noch bis in den Spätsommer. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags verfügte das Unternehmen über 240 Millionen Euro. Die Erhaltung von Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit hilft zusätzlich. Ein Kernproblem sind die hohen Mieten, insbesondere für die 18 Standorte im Eigentum der Signa-Gruppe. Galeria plant, diese Mieten neu zu verhandeln oder notfalls Filialen zu schließen.

Denkhaus macht Signa für die schwierige Situation verantwortlich und spricht von einer „Umklammerung“ durch hohe Mieten und teure Dienstleistungen. Im Unternehmen findet derzeit ein massiver Personalabbau statt, insbesondere in der Verwaltung. Das gesamte Insolvenzverfahren soll innerhalb von sieben bis acht Monaten abgeschlossen werden, wobei die Zeit drängt.

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