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Galeria-Insolvenz: 11.250 Beschäftigte erhalten jetzt Insolvenzgeld

Nach dem vierten Insolvenzantrag in sechs Jahren sichert die Bundesagentur für Arbeit die Gehälter der Galeria-Mitarbeiter ab.

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Galeria-Insolvenz: 11.250 Beschäftigte erhalten jetzt Insolvenzgeld

Die Bundesagentur für Arbeit springt ein: Die rund 11.250 Beschäftigten des angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria erhalten Insolvenzgeld. Damit sind die Löhne der Mitarbeiter vorerst gesichert, nachdem das Unternehmen am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag gestellt hatte (Aktenzeichen: 502 IN 258/26). Es ist bereits die vierte Insolvenz des Konzerns innerhalb von nur sechs Jahren — ein trauriger Rekord in der deutschen Handelsgeschichte.

Die letzte reguläre Gehaltszahlung durch den Arbeitgeber selbst erfolgte Ende September für die September-Bezüge. Seitdem klafft eine Lücke, die das Insolvenzgeld schließen soll. Die monatlichen Gehaltskosten bei Galeria belaufen sich auf knapp 25 Millionen Euro — eine Summe, die das Unternehmen aus eigener Kraft derzeit nicht stemmen kann.

Wie das Insolvenzgeld funktioniert

Das Insolvenzgeld ist eine einmalige Leistung der Bundesagentur für Arbeit und deckt maximal drei Monate vor der formellen Verfahrenseröffnung ab. Es entspricht in der Regel dem Nettolohn der Beschäftigten und wird über eine Umlage finanziert, die alle Arbeitgeber in Deutschland entrichten. Der Anspruch entsteht formal erst mit der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens — doch damit die Mitarbeiter nicht wochenlang auf ihr Geld warten müssen, gibt es eine wichtige Zwischenlösung.

Die Auszahlung erfolgt über eine Vorfinanzierung durch eine Bank: Die Beschäftigten treten ihren Insolvenzgeld-Anspruch an das Kreditinstitut ab, das ihnen das Geld umgehend auszahlt. Diese Konstruktion ist nicht nur für die Mitarbeiter entscheidend, sondern auch für den Fortbestand des Geschäftsbetriebs. Denn ohne gesicherte Gehaltszahlungen wäre eine Weiterführung der Filialen kaum möglich. Insolvenzexperten hatten vergangene Woche noch Skepsis geäußert, ob das Insolvenzgeld tatsächlich fließen würde — nun ist die Lösung offenbar gefunden.

Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter

Galeria betreibt aktuell noch 83 Filialen, die ihren Betrieb vorerst aufrechterhalten. Unter den 11.250 Beschäftigten arbeiten rund 1.600 im Bereich Lebensmittel und Restaurants. Auch Tochtergesellschaften des Konzerns haben Insolvenz angemeldet. Ob und welche Standorte letztlich schließen müssen, ist nach aktuellem Stand noch offen. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Frank Kebekus, der nun die Geschicke des Unternehmens in dieser kritischen Phase lenkt.

Für Privatanleger und Gläubiger ist die Lage weiterhin angespannt. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes stabilisiert zwar kurzfristig den Betrieb, löst aber nicht die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme des Konzerns. Ob eine Sanierung, ein Verkauf oder weitere Filialschließungen die Zukunft von Galeria bestimmen werden, bleibt abzuwarten. Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein — sowohl für die Belegschaft als auch für Lieferanten und andere Gläubiger, die auf Zahlungen warten.

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