Führungskrise bei Tesla verschärft sich
Zwei weitere Topmanager verlassen den Autobauer mitten in Absatzproblemen

Der US-Elektroautobauer Tesla verliert weiter an Führungskräften. Kurz vor Beginn der neuen Woche haben mit Emmanuel Lamacchia, dem Projektmanager für die neue, günstigere Variante des Model Y, und Siddhant Awasthi, leitendem Manager des Cybertruck-Programms, zwei weitere hochrangige Mitarbeiter ihren Abschied bekannt gegeben. Beide kündigten über die Karriereplattform LinkedIn ihren Austritt an und verzichteten auf konkrete Begründungen. Ihre Abgänge reihen sich in eine wachsende Liste prominenter Austritte aus der Konzernspitze ein, die den Druck auf Tesla-Chef Elon Musk weiter erhöhen.
Bereits im Juni hatte Musk Omead Afshar, den Leiter der Geschäfte in Nordamerika und Europa, entlassen – nur wenige Monate nach dessen Beförderung zum Vizepräsidenten. Auch dieser Schritt erfolgte ohne Erklärung und kurz vor der Veröffentlichung schwacher Quartalszahlen. Tesla hatte zuvor eingeräumt, dass der Umsatz in Europa zum fünften Mal in Folge rückläufig war. Im Sommer folgten weitere Abgänge, darunter Vertriebschef Troy Jones, der nach 15 Jahren das Unternehmen verließ, sowie Piero Landolfi, der als Servicechef für Nordamerika tätig war.
Hintergrund der Entwicklung ist offenbar die Absatzkrise, in der sich Tesla befindet. Die Modellpalette gilt als überaltert, während das Markenimage durch das polarisierende Verhalten von Musk beschädigt ist. Dessen politische Aktivitäten, darunter Unterstützung für Donald Trump und rechtsextreme Politiker in Europa, führten zu Kritik unter Tesla-Kunden. In sozialen Netzwerken kursieren Bilder von Autos mit Aufklebern, die Distanz zum Konzernchef ausdrücken.
Auch auf Produktebene läuft es für Tesla nicht rund. Das als Einsteigermodell beworbene Model Y E41 verkauft sich schleppend, und der futuristische Cybertruck entwickelt sich zu einem finanziellen Problem. Trotz Musks Ankündigung von einer Million Vorbestellungen wurden bislang deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Berichten zufolge kaufen Musks andere Unternehmen wie SpaceX und xAI inzwischen selbst Cybertrucks, um die Nachfrage zu stützen.
Die Hoffnungen auf neue Wachstumsfelder liegen derzeit auf dem humanoiden Roboter „Optimus“, dessen Entwicklung jedoch kaum Fortschritte zeigt. Auch hier kam es zu personellen Veränderungen: Der Vizepräsident des Projekts, Milan Kovac, verließ das Unternehmen im Juni 2025, gefolgt von Chefentwickler Ashish Kumar, der im September zu Meta wechselte. Offizielle Stellungnahmen zu den jüngsten Personalwechseln gibt es bislang nicht.
