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FTSE Russell verschiebt Index-Überprüfung für Indonesien

Der globale Indexanbieter FTSE Russell hat eine geplante Überprüfung des indonesischen Aktienmarktes auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund sind anhaltende Bedenken hinsichtlich der Transparenz und des tatsächlich frei handelbaren Streubesitzes indonesisc

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FTSE Russell verschiebt Index-Überprüfung für Indonesien

FTSE Russell, einer der weltweit führenden Indexanbieter, hat seine für März geplante Überprüfung des indonesischen Aktienmarktes verschoben. Die Entscheidung erfolgte nach Rückmeldungen eines beratenden Ausschusses aus Investmentexperten und basiert auf Unsicherheiten bei der Bestimmung der genauen Streubesitzanteile indonesischer Wertpapiere sowie negativen Handelsumsätzen.

Sofortiger Aufnahmestopp für neue Aktien

Mit sofortiger Wirkung werden neu börsennotierte indonesische Aktien nicht mehr in die FTSE-Indizes aufgenommen. Auch reguläre Aktualisierungen wie Ergänzungen, Streichungen oder Gewichtungsänderungen, die üblicherweise Teil der vierteljährlichen Indexüberprüfungen sind, werden ausgesetzt. Diese Maßnahme entspricht dem Vorgehen des Konkurrenten MSCI, der bereits zuvor Aktualisierungen für indonesische Wertpapiere eingefroren hatte.

Massive Kursverluste nach MSCI-Warnung

Der indonesische Aktienmarkt steht bereits seit Wochen unter erheblichem Druck. Rund 120 Milliarden US-Dollar an Marktwert wurden beim Leitindex Jakarta Composite vernichtet, nachdem MSCI im Januar vor einer möglichen Herabstufung Indonesiens auf den Status eines Frontier Markets gewarnt hatte. Eine solche Herabstufung würde das Land in die Kategorie weniger entwickelter Schwellenländer einordnen.

Kritik an Handelsusancen und mangelnder Transparenz

Die Probleme des indonesischen Aktienmarktes sind vielfältig. Internationale Investoren kritisieren seit längerem mangelnde Transparenz bei der Offenlegung von Beteiligungsverhältnissen und unklare Regelungen zum frei handelbaren Streubesitz. Auch die Ratingagentur Moody's reagierte in der vergangenen Woche und senkte den Ausblick für das Kreditrating des Landes.

Bedeutung für internationale Kapitalströme

Die Entscheidungen von FTSE Russell und MSCI haben weitreichende Konsequenzen für den indonesischen Kapitalmarkt. Beide Indexanbieter werden von Anlegern weltweit als Benchmarks genutzt, und passive Fonds mit einem Volumen von Milliarden US-Dollar bilden ihre Indizes nach. Änderungen in der Indexzusammensetzung können daher massive Kapitalströme auslösen – sowohl in positive als auch in negative Richtung.

Ausblick bleibt ungewiss

Wann FTSE Russell die Überprüfung nachholen wird, bleibt offen. Die indonesische Regierung und die Börsenaufsicht stehen nun unter Druck, die Bedenken internationaler Investoren auszuräumen und die Transparenz am Kapitalmarkt zu verbessern. Andernfalls drohen weitere Herabstufungen und ein anhaltender Kapitalabfluss aus der größten Volkswirtschaft Südostasiens.

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