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FTSE 100 unter Druck: Standard Chartered und BP belasten Londons Leitindex

Britischer Blue-Chip-Index gibt nach – Bankaktie stürzt nach Finanzchef-Abgang, BP-Aktie belastet durch Programmaussetzung

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FTSE 100 unter Druck: Standard Chartered und BP belasten Londons Leitindex

Der Londoner Leitindex FTSE 100 ist am Dienstag unter Druck geraten und notierte bis 12:57 Uhr MEZ mit einem Minus von 0,2 Prozent. Während der Blue-Chip-Index nachgab, legte der mittelgroße FTSE 250 um 0,1 Prozent zu. Hauptbelastung für den Leitindex waren deutliche Kursverluste bei zwei Schwergewichten.

Standard Chartered verzeichnete mit einem Kursrückgang von 4,2 Prozent die stärksten Verluste im FTSE 100. Die britische Großbank hatte zuvor bekannt gegeben, dass Finanzvorstand Diego De Giorgi das Institut nach nur zwei Jahren verlässt. Die überraschende Personalie verunsicherte Anleger und belastete die Aktie erheblich.

Ebenfalls deutlich im Minus schloss BP mit einem Verlust von 4 Prozent. Der britische Ölkonzern hatte sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt und Abschreibungen in Höhe von rund 4 Milliarden US-Dollar auf Anlagen für erneuerbare Energien und Biogas vorgenommen. Der für das vierte Quartal gemeldete Gewinn entsprach zwar den Analystenschätzungen, die strategischen Entscheidungen drückten jedoch auf die Kursentwicklung.

Politische Turbulenzen belasten Stimmung

Neben den Unternehmensnachrichten richteten Investoren ihre Aufmerksamkeit auch auf die politische Lage in Großbritannien. Premierminister Keir Starmer steht unter Druck und wies Rücktrittsforderungen zurück, die selbst aus den eigenen Reihen kamen. Die Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter hatte die Regierung in eine Krise gestürzt, nachdem dessen frühere Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein öffentlich diskutiert wurden.

Das britische Pfund und die Renditen von Staatsanleihen zeigten sich nach Tagen kräftiger Rückgänge stabilisiert. Britische Aktien wurden überwiegend von Unternehmensmeldungen und der globalen Marktstimmung beeinflusst, weniger von den innenpolitischen Entwicklungen.

Lichtblicke bei Pharma und Banken

Positiv entwickelte sich die Aktie von AstraZeneca mit einem Plus von 0,3 Prozent. Der schwedisch-britische Pharmakonzern prognostizierte aufgrund starker Nachfrage nach Krebsmedikamenten ein stetiges Wachstum bis 2026. Die optimistischen Aussichten stützten den Kurs.

Barclays meldete für 2025 einen Gewinnanstieg von 12 Prozent und hob die Leistungsziele an. Die Bank will durch Kostensenkungen und Ertragssteigerungen, insbesondere im US-Geschäft, die Renditen verbessern. Trotz der positiven Zahlen gab die Aktie um 1,6 Prozent nach – Anleger hatten offenbar noch ambitioniertere Ziele erwartet.

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