FTSE 100 steigt: Pfund legt zu, Starmer warnt vor Kriegsbeteiligung
Britische Aktien und das Pfund Sterling gewinnen am Montag, während Premier Starmer zur Lage im Nahen Osten Stellung nimmt.

Britische Aktien haben am Montag fester notiert. Der FTSE 100 legte bis 12:51 Uhr GMT um 0,7 Prozent zu, das britische Pfund stieg gegenüber dem US-Dollar um 0,4 Prozent auf 1,3281 GBP/USD. Auch die europäischen Märkte zeigten sich stark: Der deutsche DAX gewann 0,7 Prozent, der französische CAC 40 stieg um 0,3 Prozent.
Im Hintergrund stehen anhaltende Spannungen im Nahen Osten, die die Finanzmärkte weltweit beschäftigen. Premierminister Keir Starmer erklärte am Montag vor Journalisten, Großbritannien werde sich nicht in einen größeren Konflikt mit dem Iran hineinziehen lassen. Das Land arbeite stattdessen gemeinsam mit Verbündeten an einer diplomatischen Lösung.
Straße von Hormus im Fokus
Zentrales Thema ist die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Der Iran hat den Tankerverkehr durch die Meerenge faktisch zum Erliegen gebracht, was die Energiepreise kräftig nach oben trieb und die Aussichten für die Weltwirtschaft eintrübt. Starmer betonte, die Wiedereröffnung der Meerenge sei für die Stabilität am Ölmarkt unerlässlich.
Der britische Premier stellte klar, dass die geplante Mission zur Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit keine NATO-Operation sei, sondern durch eine breitere Koalition von Partnern erfolgen werde. Großbritannien koordiniert sich dazu mit europäischen Partnern und weiteren Verbündeten. Auch US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt sieben Nationen aufgefordert, Washington bei der Sicherung der Wasserstraße zu unterstützen.
Bank of England hält Zinsen stabil
Die Entwicklungen im Nahen Osten beeinflussen auch die britische Geldpolitik. Die Großbank Citi erwartet, dass die Bank of England ihren Leitzins bei der Sitzung am Donnerstag unverändert bei 3,75 Prozent belassen wird. Eine zuvor für April prognostizierte Zinssenkung wurde gestrichen, da Großbritannien angesichts des Nahost-Konflikts vor einem erneuten Energieschock steht.
Citi sieht den Endpunkt des britischen Zinssenkungszyklus nun bei 3,25 Prozent. Weitere Senkungen werden für Juni und September erwartet – ein Anstieg gegenüber der früheren Prognose für den sogenannten Terminal Rate. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die Entwicklungen in Großbritannien auch den Euro-Raum und die europäische Zinspolitik beeinflussen können.
