FTSE 100 legt zu: Trump signalisiert Ende des Iran-Konflikts
Britische Aktien profitieren von Berichten über möglichen US-Rückzug aus dem Militärkonflikt mit dem Iran.

Der FTSE 100 stieg am Dienstagmorgen um 0,2 Prozent, nachdem das Wall Street Journal berichtete, US-Präsident Donald Trump sei bereit, die Militäroperationen gegen den Iran zu beenden – auch ohne vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Das britische Pfund gewann gegenüber dem US-Dollar 0,1 Prozent auf 1,3202. Die geopolitische Entspannung sorgte für vorsichtigen Optimismus an den europäischen Märkten.
Laut dem Bericht kam Trump gemeinsam mit hochrangigen Beamten zu dem Schluss, dass eine vollständige Wiederöffnung der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute den Konflikt weit über seinen bevorzugten Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen hinaus verlängern würde. Die Regierung neige nun dazu, die Feindseligkeiten zurückzufahren, sobald Kernziele erreicht seien – darunter die Schwächung der iranischen Marinekapazitäten und die Reduzierung des Raketenbestands. Die europäischen Märkte zeigten sich daraufhin uneinheitlich: Der DAX kletterte um 0,1 Prozent, während der CAC 40 um 0,2 Prozent nachgab.
Britische Wirtschaft wächst minimal
Parallel dazu bestätigten die endgültigen BIP-Zahlen für das vierte Quartal 2025 ein Wachstum der britischen Wirtschaft von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal – in Linie mit der ersten Schätzung. Der öffentliche Sektor legte zu, während der Privatsektor zurückging. Die Konsumausgaben stiegen lediglich um 0,1 Prozent – eine Abwärtskorrektur gegenüber der vorherigen Schätzung von 0,2 Prozent.
Die Unternehmensinvestitionen sanken im Quartalsvergleich um 2,5 Prozent, und der Außenhandel zog 0,5 Prozentpunkte vom BIP-Wachstum ab. Positiv: Das Jahreswachstum 2025 wurde aufgrund von Rundungsanpassungen von 1,3 auf 1,4 Prozent nach oben korrigiert. Für Anleger bleibt das Bild einer britischen Wirtschaft, die sich mühsam, aber stabil vorwärtsbewegt.
Einzelwerte im Fokus: Raspberry Pi und A.G. Barr überzeugen
Raspberry Pi Holdings (LON: RPI) meldete für das Geschäftsjahr 2025 ein bereinigtes EBITDA von 46,4 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte ebenfalls um 25 Prozent auf 323,2 Millionen US-Dollar. Analyst Jefferies reagierte prompt und hob die Umsatzprognose für 2026 um beachtliche 42 Prozent an – ein starkes Signal für den in Cambridge ansässigen Hersteller von Einplatinencomputern.
A.G. Barr (LON: BAG), bekannt als Hersteller des schottischen Kultgetränks Irn-Bru, übertraf die Analystenerwartungen mit einem bereinigten Vorsteuergewinn von 65,8 Millionen Pfund – ein Plus von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 437,3 Millionen Pfund. Das Unternehmen profitierte dabei von seinem Vorstoß in den Bereich Energie- und Gesundheitsgetränke, der gestiegene Kosten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt abfedern konnte.
Stahlbauunternehmen Severfield (LON: SFR) erwartet für das im März 2026 endende Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn in Höhe der Markterwartungen von 10,2 Millionen Pfund. Besonders bemerkenswert: Die Nettoverschuldung liegt mit rund 28 Millionen Pfund deutlich unter dem Konsensus von 48,5 Millionen Pfund – ein Zeichen für starkes Cash-Management.
