FTSE 100 kaum verändert: Johnson Matthey bricht um 17 Prozent ein
Britischer Leitindex zeigt sich nach Rekordhoch verhalten – US-Zollsorgen und ein Kurseinbruch bei Johnson Matthey belasten.

Der FTSE 100 notierte am Montag gegen Mittag (GMT) nur knapp im Plus bei 0,1 Prozent, nachdem der britische Leitindex in der Vorwoche noch auf Rekordhochs geschlossen hatte. Der stärker binnenmarktorientierte Mid-Cap-Index FTSE 250 verlor hingegen 0,1 Prozent. Belastet wurde die Stimmung vor allem durch neue Unsicherheiten rund um die US-Handelspolitik.
US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, einen neuen pauschalen Zoll von 15 Prozent auf weltweite Importe einzuführen. Dies folgte auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom Freitag, das Trumps weitreichende Notstandszölle kippte. Für Großbritannien bedeutet die neue Ankündigung eine Erhöhung des Zollsatzes von bisher 10 auf nun 15 Prozent, wie Analysten der UniCredit betonten.
Johnson Matthey unter starkem Druck
Der schwerste Verlierer im FTSE 250 war Johnson Matthey mit einem Kurssturz von 16,7 Prozent. Der britische Spezialchemiekonzern hatte zugestimmt, den Verkaufspreis für seine Katalysatortechnologie-Sparte an den US-Konzern Honeywell deutlich zu senken, nachdem der Geschäftsbereich im Geschäftsjahr 2025 hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Für Anleger war das eine herbe Enttäuschung.
Auch der Verpackungs- und Papierkonzern Mondi geriet unter Druck und verlor 3,6 Prozent. Hintergrund sind ebenfalls die Zollsorgen, die auch US-amerikanische Wettbewerber des Unternehmens belasteten. Britische Luft- und Rüstungsaktien gaben nach einem Rekordhoch am Freitag ebenfalls nach.
Rolls-Royce sank trotz positiver Schlagzeilen um 0,7 Prozent. Medienberichten zufolge plant der Triebwerkshersteller, zusammen mit seinen Jahresergebnissen in dieser Woche einen Aktienrückkauf im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Pfund (rund 2 Milliarden US-Dollar) anzukündigen. Offenbar hatten Anleger die Nachricht bereits eingepreist.
Gold glänzt als sicherer Hafen
Einen klaren Gewinner gab es dennoch: Edelmetallminenwerte legten um rund 4 Prozent zu, nachdem der Goldpreis auf ein Dreiwochenhoch kletterte. Angesichts der Zollunsicherheiten schichteten Investoren verstärkt in sichere Anlagen um. Gold gilt in Phasen geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit traditionell als Schutzanker.
Auf politischer Ebene wächst in Großbritannien der Druck auf die Regierung von Premierminister Keir Starmer. In der Labour-Hochburg Manchester könnten bei einer bevorstehenden Wahl im Februar sowohl die Grünen als auch die rechtsgerichtete Reform UK eine jahrzehntelange politische Dominanz der Labour-Partei brechen.
